Ablasshandel: Grünen-Chefin Katharina Schulze kauft sich von den (Umwelt)Sünden frei.

von: Ao Krippner [Teritium datur]

 

Ein wesentlicher Punkt, den Luther an der Kirche kritisierte, war der Ablasshandel.

Aus Angst vor dem Fegefeuer und dass man keine Vergebung finden würde, kauften die Leute Ablassbriefe.
Es hieß, wenn man einen Ablassbrief kauft, wäre man von seinen Sünden
befreit. Luther belastete, dass die Sünder keine Buße taten.

Die Umwelt- und Klimapolitik steht bei den Grünen und ihren Aktivisten – wie Luisa Neubauer – derzeit wieder hoch im Kurs. Die Kampagnen, die dabei initiiert werden, sind geradezu perfekt orchestriert und werden begünstigt durch die Gruppendynamik und das Gemeinschaftserlebnis. Events also, die gerade die jungen unter den Grünenwählern und auch die zukünftigen Wähler (Kinder und Jugendliche) begeistern und ansprechen.

Wer möchte nicht seinen Teil dazu beitragen, den eigenen Lebensraum zu verbessern und nachhaltig günstig zu beeinflussen?

So weit, so gut. An dieser Stelle braucht man sich auch nicht länger darin ergehen, ob der behauptete Klimawandel nun menschengemacht ist, ob er reversibel sei oder – wiederum durch den Menschen „gemacht“ – abgewendet werden könnte.

Neben den unschuldig daherkommenden Protagonisten und Aktivisten dieser Kampagnen stehen natürlich die gestandenen Politiker der Grünen und der Linken den jungen Aushängeschildern dieser Kampagne bekräftigend zur Seite.

Ob man nun sogenannter „Klimaleugner“ ist (wer würde schon „das Klima“ leugnen?) oder ein umweltbewusster Mensch: jedem ist bisher aufgefallen, dass die bisweilen moralinsauer daherkommenden Prediger dieser Kampagnen durch ihre persönliche Lebensführung gerade nicht beispielhaft und vorbildgebend diesen Kampagnen ein gutes und glaubwürdiges Image verleihen.

Bei Twitter dokumentieren diese Auffälligkeit Hashtags wie #LangstreckenLuisa und #KerosinKatha.

Nun aber begab es sich, dass der Fokus in einem Artikel die Kommentare von Nutzern auf der Seite von Abgeordnetenwatch ins Visier nahm. Ein Nutzer führt folgendes mit seiner Frage an die Abgeordnete Schulze an:

„Welche Erklärung hast du für die Abweichung zwischen deiner Ankündigung und der Realität? Und waren die Gründe wichtig genug um dafür die Zukunft unserer Kinder zu zerstören? Hast du uns etwa so getäuscht?“

Schulze entgegnete, sie versuche, so oft wie möglich die Bahn statt des Flugzeuges zu wählen. In einer Erklärung andernorts lässt sie nun wissen, dass sie dass sie alle Flüge durch Spenden auf der Website „atmosfair“ „ausgeglichen“ habe.

Eine Erklärung, die nur wiederum empört und empören kann. Was anderes ist dies als ein moderner Ablasshandel, also die Vergebung der (Umwelt)Sünden der Katharina Schulze?

(Dieser Artikel wird laufend mit User-Reaktionen darauf bei Twitter aktualisiert)

Ein Twitter-User macht Schulze gar zum Ablassprediger Tetzel:

 

Atmosfair erklärt auf deren Website:

„Der durch Flüge verursachte Klimaschaden kann allein aus physikalischen Gründen (Kondensstreifen und Wolkenbildung) nicht gänzlich wieder ausgeglichen werden.“

Recht unverblümt erklärt sich auch die SPD, hier: Karl Lauterbach. Er schlägt vor, den Ablassbrief über das Finanzamt zu erwerben, um sodann den jährlichen Mallorca-Urlaubsflug des einfachen Arbeiters und „Einkommensschwachen“ hierüber tunlichst vermeiden zu können (SPD-Sprech: „kompensieren“):

Wie bei so Vielem ist es also eine Frage des Geldes, was man sich moralisch leisten kann?

Ist es demnach also moralisch legitim, wenn sich der nächste Grünen-Abgeordnete mit seinem Diesel-Fahrzeug in eine Dieselverbotszone in Stuttgart begibt, dafür zur Kasse gebeten wird und nach Zahlung des Strafmandats munter weiter durch Stuttgart fahren darf? Und bei entsprechender freiwilliger Erhöhung des Betrages damit ein Monatsticket zieht?

Wäre es genauso legitim, wenn ein Abgeordneter der Linken Kampagnen für den Tierschutz und gegen den Fleischkonsum initiiert und begleitet, während er im Schlachthof zentnerweise Frischfleisch abholt, dafür jedoch zum Ablass eine großzügige Spende an PETA tätigt?

Was würden die Medien schreiben, wenn ein AfD-Abgeordneter Stellenanzeigen nur für Männer schaltet, sich dazu bekennt, aber damit entschuldigt, seine Mandatsabgabe an ein Frauenhaus gespendet zu haben?

Oder wie Twitter-User so treffend in Antworten auf einen meiner Tweets mit bitterem Zynismus schreiben:

Ganz egal, welche PR-Kampagnen wir gerade über die Medien aus allen Parteien heraus erleben: man bekommt nicht nur den Eindruck, mit den Politikern aller Couleur habe man es mit der größten in Deutschland existierenden Parallelgesellschaft zu tun, die in ihrer eigenen Welt fernab der Vorgaben, die sie dem Bürger machen möchten, leben … und selbst auf empörte Hinweise mit überheblichen Plattitüden reagieren.

Ich frage mich heute, ob Katharina Schulze diesen von ihr als Rechtfertigung vorgebrachten Ablasshandel nicht wirklich nur satirisch gemeinte haben könnte. Wenn nicht, dann bleibt mir nur der Eindruck, dass sie sich klammheimlich lustig macht über die Bevölkerung, der sie das vorschreiben möchte, was für alle gilt, nur nicht für sie und Ihresgleichen.

Mir scheint, diese Kampagnen der Grünen mit Gallionsfiguren, die ebenso schlimmere Umweltsünder sind als der durchschnittliche Bundesbürger, haben ihren Zenit bereits erreicht. Ab jetzt können sie (die Kampagnen und auch die Ikonen) nur noch zur Farce werden.

Während die Arbeitnehmer von „nebenan“ wegen Fahrverboten, immer höherer Steuerbelastung und Energiekosten aufgrund von scheinheiligen Umweltkonzepten in Grenzbereiche der existenziellen Gefährung herangeführt sind, feiern sich die Umwelt-Säulenheiligen bei Kurztrips nach Rio de Janeira, bei Tagungen und Events, die ohne diese Kampagnen gar nicht stattfänden und demzufolge die Umwelt schon deshalb schonten.

Die Protagonisten der Klimapolitik haben also ein neues Hobby gefunden:

sich selbst zu feiern und dies möglichst an weit entfernten Zielen nach Langstreckenflügen. Frei nach dem Motto:

Was Jupiter erlaubt ist, dafür darf der Ochse zahlen.

Wann also dürfen wir den Schulze-CO2-Ablassbrief als Prämie im Miles&More-Vielflieger-Programm auswählen?

 

 

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