Ach, Du grüne Neune! Lasst die Finger von den Schulnoten!

von: Wolfgang Steinherz [Tertium datur]

Wenn grüne, kinderlose und unqualifizierte „Volksvertreter“ „pädagogisch neue Wege“ einschlagen, sollte man da nicht gleich hellhörig werden? In Hessen wurde nun ein so „kompetenter“ Vorschlag durchgesetzt und dieser „gestaltet“ jetzt variabel, was sich als Leistungsbeurteilung von Schülern seit Mitte des 19. Jahrhunderts nachhaltig und nachvollziehbar bewährt hat.

„Qualitätsoffensive“, „Inklusion“, „Flexibilisierung“ bekommen Zuwachs, jetzt geht’s an die „Notendenunziation“. Die Benotung soll der praxisfernen Ideologie grüner Politiker zum Opfer fallen.

Durch Schulnoten können Schüler und Eltern unmittelbar und objektiv einschätzen welche Lehrinhalte bereits in Wissen umgewandelt wurden und wo es noch zu korrigierende Defizite gibt. Die von den Grünen jetzt durchgesetzten freiwilligen schriftlichen Beurteilungen dagegen, lassen viel zu viel Raum für Interpretationen und sind schwerer zu deuten.

Wie will man ohne Noten nachvollziehbar festlegen, wer die Klassenstufe besser wiederholt? Werden so nicht Bildungsstandards völlig aufgeweicht und beliebig? Durch eine solche freie Entscheidungsmöglichkeit, werden auch Konflikte innerhalb der Schulen befeuert. Die Kollegialität der Lehrerschaft könnte durch Befürworter und Gegner der Schulnoten ebenso Schaden nehmen. Und was diese Maßnahme an den gravierendsten Problemen unseres Bildungssystems ändern soll, ist für Normalmenschen nicht im Ansatz nachvollziehbar.

Lehrermangel, Autoritätsverlust, Sprach- und Integrationsprobleme durch Migration – den heutigen Schülerinnen und Schülern fehlt es an Ruhe und Disziplin, einfühlsamen, entspannten Lehrern und vor allem einer klaren Struktur. Die Vergleichbarkeit, die eine Note gegenüber einer schriftlichen Beurteilung hat, ist genauso essentiell wichtig für die Entwicklung und Motivation junger Menschen, wie der nötige Druck, den diese ausüben. Ein Druck, den man sich später im Berufsleben auch nicht entziehen kann.

Schule soll aufs Leben vorbereiten, nicht möglichst schonend sein.

Reformen sind gelegentlich eine notwendige Sache. Nur sollte man sparsam mit rigorosen Umbrüchen sein und stets die Stabilität von Gewohnheit beachten. Und sind wir mal ehrlich, die Reformpädagogik ist letztlich nicht deshalb so erfolgreich, weil ihre Reformen und Methoden so wahnsinnig neu, genial und bahnbrechend sind, sondern weil sie an diesen „besonderen“ Schulen überhaupt praktiziert werden kann! Kleinere Klassen, weniger Unterrichtsausfall und die Schülerschaft vermehrt aus Elternhäusern der „oberen“ Schichten. Die Kundschaft ist einfach kultivierter – das macht es letztlich allen leichter. Gute Konzepte komplettieren dann diese sinnvollen Schulformen. Die meisten dieser reformpädagogischen Konzepte haben aber in einer staatlichen Schule, womöglich in einem sozialen Brennpunkt, mit Schülern, die von Hause aus schon nicht das gewisse Maß an Disziplin und Sozialkompetenz mitbringen, eben keine faire Chance auf Verwirklichung.

Eine Note übt doch letztlich nur dann falschen Druck auf die Kinder aus, wenn an der Schule grundsätzlich etwas nicht stimmt. Pädagogen ohne dieses sanfte Druckmittel sind wie Schiedsrichter ohne Rote Karte. Ob und wie viel Druck der Einzelne aber braucht, kann ein Lehrer eben nur dann erkennen und entscheiden, wenn er nicht, wie an den meisten Schulen üblich, völlig überlastet ist.

Darüber hinaus sind 80 Prozent der Zensuren nicht schlechter als „befriedigend“. Es ist also eine Tatsache, dass sich Schüler mehr über gute Noten freuen, als sich über schlechte zu ärgern.

Diese „Reform“ mit der verbundenen Wahlmöglichkeit der einzelnen Schulen wird leider nur die Qualität des eh schon vorhandene Chaos an unseren Bildungseinrichtungen erhöhen, denn wenn ein Schüler oder eine Schülerin die Schule verlässt oder in eine Noten-Schule wechselt, dann muss doch ein „Zeugnis mit Ziffernnoten“ erstellt werden.

Was für ein unausgereifter grüner Käse.

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Ein Kommentar

  • Gabriela

    Ich kann gar nicht so viel Tränenflüssigkeit produzieren wie ich weinen möchte.

    Nach all den unsäglichen Reformen – Inklusion mir graut vor dir – ist das eine weitere Stufe auf der Leiter des unaufhaltsamen Abstiegs ins bunte Land, in dem dann alle Schwestern und Brüder im Geiste? glückseligkeitsbesoffen im All-Together-Rhythmus ihren Namen tanzen.

    Aber was braucht ein Land, in dem die Landschaft, die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Identität vergrünschandelt wird, Bildung und Leistung?

    „Klimaschutz“-Schülerstreiks und vegane Ernährung, Verteufelung einer konträren Meinung und die Indoktrination, dass alle, die nicht dafür sind, böse, hassenswerte Nazis sind, stehen dann als Hauptfächer auf dem Lehrplan.

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