„AfD-Bericht zum Abend mit Broder“ – oder: „Im medialen Würgegriff der Alice Weidel“

von: Redaktion [Tertium datur]

 

Die AfD-Fraktion im Bundestag hatte Henyrk M. Broder am 29. Januar 2018 zu einem Vortrag in den Bundestag eingeladen. „Trotz der Bedenken meines Anwalts und meiner Frau“, so Broder in der WELT, habe er die Einladung angenommen. Eine Dokumentation der Rede hier: „Diese Rede hielt Henryk M. Broder vor der AfD-Fraktion“ (WELT)

Die AfD-Fraktion dokumentiert und reflektiert die Rede und den Besuch Broders folgendermaßen:

—– Ø —–

 

Henryk M. Broder sagt:

Vor meiner Rede ist ein Foto entstanden, auf dem zu sehen ist, wie Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, mich umarmt. Dieses Bild ist von der AfD in den sozialen Medien verbreitet worden. Es wäre richtig gewesen, sich der Umarmung zu entziehen. Als Journalist sollte man auf Distanz zu Politikern und Politikerinnen achten. Es gibt freilich keinen Grund, aus dieser Umarmung weiter gehende Schlüsse zu ziehen. Ich bitte um Entschuldigung und gelobe, bei der nächsten Gelegenheit vorsichtiger zu sein.

(WELT vom 30.01.2019)

 

Friedrich von Schiller sagt dazu:

Jeden anderen Meister erkennt man an dem, was er ausspricht;
Was er weise verschweigt, zeigt mir den Meister des Styls.

Wir sagen:

Broder ist ein Meister des Styls.

Das Internet sagt:

 

Wir empfehlen der AfD für den nächsten hochkarätigen Besuch, der ALLEN etwas zu sagen hat:

Zeitnah Review schreiben. Stellungnahme. Beleuchtung des Abends. Dank an den Vortragenden. Erwähnung des Vogelschisses – Selbstkritik macht Glaubwürdigkeit! Ein Photo des Vortragenden vor dem versammelten Plenum. Plädoyer für Meinungsfreiheit und Diskursethik. Aus. Äpfel. Amen. Und was kommt? Die kurze Twittermeldung mit der Umarmung, Broder, der Rettungsring der ertrinkenden AfDler…

 

Wir sagen abschließend:

Bei soviel »Wortakrobatik« wie jener Broders fehlen der AfD vermutlich fast die Worte. Daher nur ein Groupie-Bild, auf dem Frau Weidel die für viele Türen geltende Weisheit »drücken, nicht ziehen« perfekt umsetzt.

Die durch »Harry Potter« bekannte »Dementoren«-Technik wird bei Broder nicht zu Hirnblockaden führen, denn sein Patronus Karl Kraus weiß »Politik und Theater: Rhythmus ist alles, nichts die Bedeutung«. Auch bewegungsunfähig, wie auf dem Bild, werden Broders Synapsen hoffentlich weiterhin jedes Tempolimit und Fahrverbot brechen, ohne der ersten Verlockung auf Halt nachzugeben.

Von uns:

Allzeit freie Fahrt, lieber Herr Broder.

 

 

(Fotos: Wikimedia commons)

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2 Kommentare

  • Broder ist einfach gut! Und er ist ein Gentleman, denn er hätte Weidels Annäherung auch als eine Art Me-Too-Attacke vermarkten können.

    • Genau darauf wollten wir verweisen: er lässt Frau Weidel das Gesicht. Auch wenn zwischen den Zeilen Broders Eindeutigkeit herrscht. Weidel hingegen löscht besagtes Foto bei Twitter nicht, sondern heftet es darüber hinaus noch prominent an, sodass es nicht in der Chronik nach „unten rutscht“. Jeder mag sich hierüber sein eigenes Urteil bilden. Inhaltliche Nachbesprechung der Rede Broders fand bislang leider noch immer nicht statt. Bedauerlich, sehr bedauerlich …. finden wir.

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