Das Luisa-Neubauer-Phänomen: mit dem Kindfrau-Schema auf die post-politische Showbühne

von: Ao Krippner [Tertium datur]

 

„Den Klima ist es herzlich egal …“ (Zitat: Luisa Neubauer)

Das Thema Umweltschutz und demzufolge die Klimapolitik ist nichts Neues: in keiner Epoche wurde das Bewusstsein für unseren Lebensraum mehr geschärft als in den letzten ca. vierzig Jahren. Es ist festzustellen, dass sich in diesem Zeitraum Enormes, Positives getan hat. Plötzlich jedoch nimmt die Diskussion in diesem Bereich wieder an Fahrt auf und wird mit einer bemerkenswerten Aggression geführt.

In den letzten Wochen betraten, medienwirksam orchestriert, zwei Protagonistinnen das Klima- und Umweltpodium, von denen eine – Luisa Neubauer – aus Deutschland stammt.

Die Reaktionen auf Luisa Neubauer sind gerade in den Social Media in zwei Lager geteilt, aber werden von derselben Energie getragen: Aggression. Auch ich stelle an mir fest, dass ich aggressiv bis hämisch und genervt auf diese Show reagiere.

Natürlich liegt das Marketing-Konzept, das gewählt wird, auf der Hand: man installiere für diese Kampagne eine Generation, die einem am Herzen liegt: die Generation unserer Kinder. Man lasse sodann die Moralkeule schwingen, und wer könnte da schon wirklich Nein sagen, weil es ja die Notwendigkeiten gibt? Man inszeniere das Ganze dann auf allen Ebenen medial und operiere mit Viral Marketing.

 

Natürlich war auch zu meiner Zeit „das Ei klüger als die Henne“. Wir wussen es besser als die Alten. Jedoch waren wir zumindest bestrebt, eben nicht den Anschein des schutzbedürftigen Kindchens zu geben, das dem Papi den Einsatz der Kreditkarte mit blauäugigem Augenaufschlag einfach macht, damit er sich wohlfühlen sollte.

Wir gaben uns betont reif und erwachsen, was wir – selbstredend – natürlich nicht waren. Wir versuchten uns in die Erwachsenenwelt als gleichwertiges, emanzipiertes Mitglied hinein zu arbeiten. Uns hätte es beleidigt, wenn dies nur darüber hätte geschehen können, dass wir uns betont mädchenhaft verhielten.

„Wir wissen, wer schuld an allem ist“, sagt Luisa. Idealerweise natürlich der „alte weiße Mann“. Nein, damit ist nicht der Papi-Typ gemeint. Der verweigert sich ja nicht dem Säuseln. Es ist „der alte weiße Mann“, der sagt:

„Erzähle mir etwas Neues, Grünschnabel. Beweise Dich erst mal, indem Du Qualifikation erwirbst, Leistung zeigst und reifst, diszipliziert Deinen Start ins Erwachsenenalter durchziehst. Und dann können wir ja nochmal reden, welche Erfahrungen Du machtest. Idealismus ist gut und schön. Aber die Lebensrealität zeigt Dir halt mal, wieviel davon am Ende des Tages noch übrig ist. Erpresse mich also nicht mit Deinem Kindfrau-Augenaufschlag.“

 

Meine Generation, also die in den 50er und 60er Jahren Geborenen, wird medial ans Kreuz genagelt. Dass dies auf wenig Gegenliebe stößt, wo wir nicht nur seit vier Jahrzehnten Umweltbewusstsein entwickelt und dafür finanziell ganz beträchtlich geblutet haben, liegt auf der Hand.

Diese Kampagnen könnten sicherlich durch alle Generationen hindurch partnerschaftlich entwickelt werden. Einsteils mit der Erfahrung und dem Realismus der Älteren, andererseits mit dem Idealismus und der Begeisterung der Jungen. So jedoch wird ein „Ich bin o.k. – Du bist nicht o.k.“ als Leitmotiv diesen Kampagnen vorangestellt.

Logischerweise ist die Reaktion darauf auf der einen Seite der Papi-Typ, der ein „Ich bin doch auch o.k.!“ herstellen möchte. Und auf der anderen Seite steht der reife Mensch meiner Generation, der diesen Grünschnäbeln den Vogel zeigt und für sich postuliert: „Ich bin o.k. – und es ist mir wurscht, wie Du das siehst.“

Vergleicht man die Kindheit, Jugend und das junge Erwachsenenalter der „Generation Luisa“ mit meiner Generation, dann stelle ich fest: gerade, was Umwelt- und Klimathemen angeht, hält sich unser schlechtes Gewissen stark in Grenzen, denn schon aus unserer damaligen Lebensführung als junger Mensch heraus ergibt sich alles andere als eine mit jetzigen Verhältnissen vergleichbare „Umweltbelastung“.

Deshalb, liebe Luisa, teile ich Dir mal mit, wie wir unser Leben seinerzeit gestalteten:

Computer, Smart- oder iPhones gab es nicht für uns. Ich hatte eine mechanische Schreibmaschine in Deinem Alter, mit der man mühsam z.B. für’s Studium Buchstabe für Buchstabe auf echtes Papier tippte.

Telefonieren kostete ziemlich viel Geld, sodass wir uns aufs Nötigste beschränkten und uns eben das, was wir uns zu sagen hatten, persönlich sagten. Stärkte auch so nebenbei die Sozialkompetenz. Strom und Energie für all dies? Man- bzw. Womanpower. Nix Steckdose, Akku, Ladegerät und dergleichen.

Ein Auto erarbeitete man sich. Ja, es war zumeist eine alte Kiste, die man sich als ersten fahrbaren Untersatz leisten konnte. Meines war ein damals bereits zwanzig Jahre alter Karmann Ghia. Der soff im Schnitt weit über zehn Liter. Dennoch bin ich überzeugt davon, meine Energiebilanz, die ich durch den 44-PS-Motor jagte, deutlich positiver war als Deine heute. Das lag unter anderem daran, dass wir uns jeden Liter Sprit sauer verdienen und damit einteilen mussten. Fahrten zu Freunden von Oberammergau nach Flensburg, um in „Clubs“ zu gehen, waren einfach nicht drin. Schon alleine dies erzog uns so nebenbei zur „Umweltfreundlichkeit“. Und das, obwohl der Liter Sprit seinerzeit nur 50 Pfennige kostete – heute also nur 25 Eurocent im direkten Vergleich.

Urlaube, wie Du sie Dir geleistet hast, hätten wir uns unmöglich leisten können. Es sei denn, wir wären Kinder der sog. Hautevolee, also der wirklichen Oberen Zehntausend gewesen. Zudem waren wir mit Berufsausbildung oder Studium beschäftigt. Schon alleine zeitlich eine Unmmöglichkeit. Mit 22 Jahren bereits in China, Indonesien, auf dem nordamerikanischen Kontinent, in Nordafrika und innerhalb solch kurzer Zeit in allen angesagten Teilen dieser Erde gewesen zu sein, hätte eines Millionärs als Vater bedurft.

Dein umweltbelastender Fußabdruck ist also der eines Goliath. Unserer dagegen war der einer gemeinen europäischen Waldameise.

 

Und auch Jahre später, als ich bereits ganz gutes Geld verdiente und ebenfalls reiste, wäre eine Tournee wie die Deine undenkbar gewesen. Da stand niemand im Hintergrund mit der elterlichen Scheckkarte und wedelte uns freundlich die gebuchten Tickets entgegen.

Du verstehst, dass wir zwischen belustigt grinsend und wutschnaubend auf Deine unbegründeten Vorwürfe reagieren?

Unsere Kleiderschränke waren sehr übersichtlich – so „vong Auswahl und Größe“. Es gab nicht die unendlich vielen Klamottenläden, deren Sortiment eher auf eine Saison ausgelegt war und auf „heute in und morgen out“-Wegwerfmentalität. Mit den Schuhen war es ebenso: man trug sie auf.

Als Teenager und als Studenten in Deinem Alter nutzten wir das „Tramper-Monatsticket“ oder das „Interrail-Ticket“ für Bahnfahrten zum Campen an den Lago Maggiore (weitestes erschwingliches Ziel!) oder in die bescheidene Jugendherberge mit Etagen-Gemeinschaftsduschen (weitestes erschwingliches Ziel: Italien oder Holland! Damit war man schon „wer“). Ging es später dann mit dem Auto auf Fahrt, so legte man mit Mehreren zusammen. Carsharing gewissermaßen.

Coffee to go“ gab es noch nicht. Wir tranken unseren Kaffee aus Porzellantassen, die wir hinterher nicht einfach in den Mülleimer warfen. Oder aus der Thermoskanne, die wir mit uns führten und mit einem von Hand gebrühten Kaffee befüllten, weil wir uns in unserer ersten Studentenbude keine Kaffeemaschine leisten konnten … geschweige denn eine Kaspelmaschine, in die Kaffeepulver, in Plastik verpackt, eingelegt wird.

So konnten wir uns auch in diesem Alter keinerlei Superfood leisten, das wie Chiasamen oder Yacon und ähnliches erst mal kreuz und quer über den Globus per Flugzeug transportiert werden musste. War man Veganer oder Vegetarier, gab es Salat, Möhren und anderes Heimisches.

Nach dem Schulabschluss machte man entweder eine Lehre oder man begann das Studium. „Orientierungsphasen“, während derer man erst mal bei „Work and Travel“ in Australien (mit Budget von Papa und Mama ausgestattet und mehr mit der Betonung auf „Travel“) herausfinden wollte, was „man tun möchte“, gab es nicht.
Unser Eltern hätten uns den „Schuh aufgeblasen“ und bestensfalls herzhaft gelacht über diese Ideen, weil sie gedacht hätten, wir wollen sie verschaukeln.

Ich könnte noch ewig weitererzählen, wie das damals so anders war und der Frage nachgehen, wer nun von uns Beiden mehr zum Nachteils des Klimas beigetragen haben könnte.

Aber Du siehst sicherlich eines daran: nicht meine Generation ist der Adressat für Deine Anschuldigungen.
Du siehst auch, wie die Menschen auf Dich reagieren. „Pharisäer“ ist da noch ein harmloser Begriff, der Dir entgegen gehalten wird und den ich durchaus für zutreffend halte.

Siehe das Video (unten), das so treffend geschnitten wurde, dann siehst Du doch selbst, oder?

Nein, liebe Luisa, eine moralische Instanz bist Du nicht. Ich gönne Dir das „coole Leben“ von Herzen, aber schwinge Dich bitte nicht auf, Wasser zu predigen während Du Wein zu trinkst.

 

 

An und für sich ist es traurig, dass man sich zur Schilderung dieser Selbstverständlichkeiten genötigt fühlt.

Anlass dafür ist dieser toxische Mix aus ideologischer Kampagne und Instrumentalisierung von Postergirls und -boys, die ein Engagement für diese Themen als einen Art Lifestyle praktizieren. So wie man in den 80er Jahren Tennis spielte oder in den 90ern Techno in war, um dazu zu gehören.

Idealismus für den Klimaschutz als Motivation nehme ich gerade jenen nicht ab, deren Lebensführung eine ganz andere Sprache als die eines Umweltschützers spricht.

Die Post-Politik, also die der Ideologie dienende und auf sie gestützte Politik, operiert vorwiegend mit dem Freund-Feind-Bild und weniger mit Argumenten und mit dem Austausch dieser.

Post-Politik (auch Postpolitik) ist ein zeitdiagnostischer Begriff der politischen Philosophie, mit dem Gesellschaften beschrieben werden, in denen die bestehende politische Grundstruktur als unveränderlich und alternativlos betrachtet wird und in denen der grundsätzliche politische Konflikt fehlt. Es gibt Überschneidungen zu dem, was Postdemokratie meint. Während es bei Postdemokratie aber um den Verlust von Partizipation geht, steht bei Post-Politik die Abwesenheit von Auseinandersetzungen (Diskurs-Verzicht) im Vordergrund.

  • Während in der aufgeklärten Politik die eigene Ideologie zur Interpretation der Fakten dient,
  • dient in der Post(-truth)-Politik die Ideologie zur Auswahl der Fakten oder eben dem Verzicht auf selbige.

Was passend erscheint oder dienlich, wird als Fakt benannt oder erst zum Fakt erhoben. Was stört und die eigene Ideologie zum Wackeln bringt, wird vernachlässigt oder gar fallengelassen bis negiert.

Blicke ich in das aktuelle politische Feld, so sehe ich als Frau im reifen Alter nicht die junge Generation, die sich nun engagiert und die Dinge in die Hand nehmen möchte, deshalb kritisch und skeptisch, sondern: es ist eine Frage nach dem Wie.

Wir erleben rundum diese „Luisas“, also den Kindfrau-Typ, der – ziemlich laut und emotionalisierend (post-faktisch) – das politische Feld dominieren möchte. Kind“frau“-Typen gibt es ebenfalls unter den Männern. Auch hier nicht zwangsläufig am Lebensalter erkennbar, sondern am Image, das transportiert wird. Robert Habeck wäre da ein gutes Bespiel. Fast so alt wie ich, aber mit einem Auftreten, das zwischen liebem Schwiegersohn und junggebliebenem Altersverweigerer mit naivem „Kindfrau“-Augenaufschlag operiert. Konfrontation mit Fakten löst Empörung und den Einsatz der Moralkeule aus.

Katharina Schulze, ebenfalls von den Grünen, bedient dieses Image gleichermaßen. Während die „alten Grünen“ seinerzeit kontrovers und provokativ agierten, jedoch zumindest den Anschein von Reife und Ernsthaftigkeit nach vorne trugen, entwickelt sich das Bild des medial präsenten Grünen in die exakt andere Richtung. Sawsan Chebli zieht dieselbe Karte.

Sie haben alle etwas gemeinsam: die Faktenferne und die Verweigerung des Diskurses. Ideology rules.

Gerne würde man mal wieder eine Talkshow erleben, bei der sich die Politiker und Aktivisten zuerst einmal auf das Problem einigen müssten, also auf die unangenehmen und unbequemen Tatsachen aus der Problemstellung heraus. Bereits hier ergeht man sich stattdessen in der Behauptung von Tatsachen bis hin zur Lüge.

Die gesamte politische Bühne verkommt zur post-politischen Show mit – je nach Blickwinkel – Protagonisten und Antagonisten, die ihr Schauspiel auf’s Trefflichste beherrschen. Nun auch mit Kinderstars wie Luisa und Greta.

Ich frage mich ernsthaft, wann man damit beginnt, auch noch Tiere auftreten zu lassen. Denn Tiere emotionaliseren fast noch mehr als Luisas und Gretas.

Bis dahin dürfen wir uns weiterhin gegenseitig mit Steinen – auf die jeweiligen Echokammern und Filterblasen der „alten Säcke und Säck*innen“ und auf die der „Grünschnädel und Gören“ – bewerfen.

Noch vor der „Rettung des Klimas“ ist eine Rettung des politischen Klimas vonnöten.

Und, um mit Greta zu sprechen, diesbezüglich möchte ich Panik erzeugen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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3 Kommentare

  • Amanda Götz

    Was meint die Autorin – entspricht auch Fred Grimm, der Kolumnist der Biobauern- und Bioladen-Zeitschrift „Schrot & Korn“ dem Papi-Typ? Oder gehört er ebenfalls (so wie Robert Habeck) trotz seines etwas fortgeschrittenen Alters zu den jugendlichen Empörer? Ganz schuldbewusst zieht er nicht nur sich, sondern allen Lesern die Schuhe an, die die Klima-Demonstranten hingestellt haben.

    Da schreibt er zum Beispiel: „Wir haben wie die Kleinkinder jahrelang die Decke über den Kopf gezogen und gehofft, all das werde schon irgendwie vorübergehen. “ Oh, wir haben die Decke über den Kopf gezogen? Dabei aber wichtige ökologische Maßnahmen eingeführt und Deutschland zu einem Vorreiter in Sachen Umweltschutz gemacht? Soso, wir haben also die Decke über den Kopf gezogen und dadurch sowohl die Grünen als auch die Bio-Branche zum Florieren gebracht? Und nebenbei dafür gesorgt, dass die Zeitschrift „Schrot & Korn“ mit ihren vielfältigen Bio- und Umweltschutzthemen schon seit Jahrzehnten besteht?

    Ja, wir sind aufs Fahrrad umgestiegen und haben uns (erfolgreich) für einen Ausbau des Fahrradwegenetzes eingesetzt. Doch offenbar sind wir zu wenig Fahrrad gefahren und dann noch so was: „Jeder dritte Neuwagen wird heute von einem Senioren gekauft. Am beliebtesten sind übrigens SUVs, die fetten Luftverpester. Ein herzlicher „Fuck You“-Gruß an die Zukunft.“ Oh, tatsächlich? Fred Grimm ist vermutlich der Meinung, dass Senioren (so wie ihm?) grundsätzlich nur alte Autos, vielleicht alte Fahrräder oder möglicherweise Rollatoren zustehen. Stattdessen kaufen sie frecherweise Neuwagen. Alt und neu – natürlich, das passt nicht zusammen. Neuwagen sind für Führerscheinneulinge. Ausschließlich. Je älter der Mensch, desto älter sein Fahrzeug. Das wäre anständig. Aber nein… und dann kaufen gerade die Senioren – so jedenfalls lässt Fred Grimm es wirken – am liebsten SUVs. Ist das statistisch belegt? Tatsächlich? Nun ja, eine Information erhalten wir nicht, stattdessen aber eine deutliche moralische Wertung. Was sind die Alten doch böse.

    Aber es geht noch weiter mit ihrer Bosheit: „“Irgendwann werden die Alten, die den Kuchen aufgegessen haben, die Jungen beschimpfen, weil nichts mehr da ist.“ Also da fahren diese unverschämten Alten Neuwagen und dann – so sieht Fred Grimm das kommen – machen sie hinterher die Jungen verantwortlich für die Klima- und Umweltprobleme. Ihr Leben lang waren sie rücksichtslose Umweltschweine und dann beklagen sie sich bei den Jungen.

    Hmm, hat Fred Grimm das so in seiner Umgebung wahrgenommen oder hat er Studien zum Umweltverhalten von alten Menschen analysiert? Ist es vielleicht eher anders herum? Die Jungen sind und waren sorglos im Energieverbrauch (obwohl sie vom Kindergarten an über die Notwendigkeit des Umweltschutzes und des bewussten Umgangs mit Ressourcen belehrt wurden… von wem? Ja, von den Generationen vor ihnen, die diese Thema als so wichtig erachteten) und plötzlich sind sie „aufgewacht“. Häufig aber wohl nicht zu einem Leben als energieschonender Selbstversorger (deren es in meiner Generation und der der Autorin einige gab, vornehmlich in selbst gegründeten Selbstversorgergemeinschaften), sondern als jugendliche Ankläger der Elterngeneration. Sie machen Vorwürfe und moralisieren statt tatsächlich selbst aktiv zu werden und ihre eigene selbstverständliche Lebensweise in Frage zu stellen.

    Diese Quengelmentalität sieht Fred Grimm aber als „Mut“ an und schreibt: „Ich wünsche den Gretas dieser Welt starke Nerven und mehr Mut, als wir ihn hatten“. Leider hört seine Kolumne da auf, wo es interessant werden könnte. Inwiefern war sein Mut, unser Mut, der Mut der „Generation Fred Grimm“ denn zu gering – und warum eigentlich?

  • Peter

    Jeder verkauft sich eben in der Endphase dieser Event-Gesellschaft so gut er kann. Auch wenn es nur zum Kindchen-Format von Kerosin-Katta oder zum Hochjazzen einenes verhaltensgestörten Gretchens reicht – das infantile Publikum goutiert es mit debilem Grinsen, blind für die Spin Doctors hinter der traurigen Show.

    Die alten weißen Männer und Männinen staunen. Was haben wir gelacht!

    Es gibt offensichtlich einen enormen Bedarf an pseudoreligiöser Heuchelei als Kompensation der verschwindenden klassischen Religiosität. Zumindest in unserem bisherigen Kulturkreis. Das will man sich doch nicht durch irgendwelche womöglich auch noch wissenschaftlichen dokumentierte Realitäten versauen lassen. Schließlich hat man doch schon in der Schule Mathe und Physik abgewählt.

    Ist es nicht gespenstisch, wie sich große Teile einer jungen Generation wieder zum Bejubeln der Agenda der Herrschenden einspannen lassen? Und dann ungeniert behaupten, „aus der Vergangenheit gelernt“ zu haben.

    Dejá vu.

    Gruselig.

  • Gabriela

    Danke für diesen voll zutreffenden Artikel! Heutzutage muss ja alles vermarktet werden, auch so „schlimme Dinge“ wie der Klimawandel, zumal es rein schon vom normal tickenden Verstand her belegt ist, dass sich das Klima schon immer gewandelt hat und sich auch in Zukunft wandeln wird.

    Diese Girlies frönen doch nur dem Zeitgeist. Influencer (für mich klingt das nach Krankheit) oder wie die auch heißen mögen, ich hab’s nicht so mit der seltsam anmutenden (deutschen?) Sprache des 21.Jahrhunderts, weil ich eine alte Säckin bin.

    Ohne einen im Alten-Sack-Milieu ausgetüftelten Marketingplan wüsste niemand wer Luisa oder Greta ist. Und nun sollen die auch noch für mich – in den 60ern Geborene – so etwas wie eine Ikone werden, so wirklich mit Heiligenschein und schräg geneigtem Kopf, wie die Maria oder Hildegard?

    Greta soll für den Friedensnobel-Preis vorgeschlagen werden, weil ???

    Es ist nur noch schwer auszuhalten, dass alles darauf angelegt ist, uns für dumm zu verkaufen.

    http://www.danisch.de/blog/2019/01/26/mehr-zum-presse-propaganda-konzert-zur-greta-fake-show/?fbclid=IwAR3pN764D2QqBQXQrTwsEpziBz_SD7VrRtkxXR1YXIIdQGY_Rah8iQVaU90

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