Datenschutz-Desaster: WerteUnion macht Mitgliederdaten für jedermann öffentlich

von: Ao Krippner

Gewidmet dem Datenschutzbeauftragten der Werteunion und „Landesvorsitzenden“ der WU Rheinland-Pfalz: Herrn Peter „Wer sind Sie eigentlich?“ Scholze. Auch gewidmet in diesem und „anderem Kontext“ jenem WU-Mitglied, das/der gerne einmal anonyme WU-Presse-Leaks zum Zwecke des Persilschein-Erwerbs mit „Angela Kasner“ zeichnet. Möge er sich besser um den Datenschutz kümmern.

 

Dass die politischen Vereins-Oligarchen der WerteUnion die Mitglieder nur als Füllmaterial betrachten, hatte ich in diesem dreiteiligen Artikel (klick) bereits ausführlich erörtert.

Dass jedoch Mitgliederdaten, politische Positionen und Kontaktadressen über Wochen hinweg der Öffentlichkeit ohne die Zustimmung der Mitglieder selbst preisgebeben werden, zeugt nur davon, dass WU-Mitglieder nur dann interessant ist, wenn es gilt, über – vermeintlichen! – Mitgliederzuwachs in den Social Media zu berichten. Dies vor allem uch dann, wenn über die offenkundig schwindende Bedeutung dieser politischen Vereinigung hinweggetäuscht werden soll.

Es gibt also Neues von der WerteUnion, die offenkundig frisch vom Metzger-Seminar zurückgekehrt ist, in dem Teil 387 der Fertigkeit „Wie zerlege und zerhacke ich mich selbst?!“ behandelt und offenkundig erfolgreich gelehrt wurde.

Heute erhielt ich eine Mail von einem freundlichen Herrn, der mich auf folgenden Umstand hinwies:

er habe sich aktuell an den Landesdatenschutzbeauftragten Baden-Württemberg mit einer Beschwerde gewandt, nachdem sein an die Werteunion gerichtetes Schreiben unbeantwortet und somit ohne Reaktion geblieben war.

Was war geschehen? Die Werteunion stellte eine Mitgliederbefragung online, welchen CDU-Vorsitzenden die Mitglieder denn präferierten und ob sie denn begründen wollten, weshalb ihre Wahl auf einen bestimmten potentiellen Kandidaten falle.

Man wolle wissen, wie denn die „Erwartungen von Mitgliedern der WerteUnion an den künftigen CDU-Vorsitzenden“ seien.

Die Befragten hatten zudem die Wahl, ob ihr Votum veröffentlicht werden dürfe oder nicht.

Nun wies also der freundliche Mailschreiber die Werteunion darauf hin, dass Hunderte der Namen, E-Mail-Adressen und auch deren Kommentare öffentlich auf der Seite der Werteunion zu finden seien, obwohl klar aus der Veröffentlichung hervorgehe, dass diese ihre Zustimmung nicht erteilt hatten.

Reaktion aus der Werteunion: null.

Weder wurde die Mail beantwortet, noch verschwanden die sehr vertraulichen Mitgliederdaten von der Homepage der Werteunion.

Es handelt sich also um über 1.300 Mitgliederdaten, wobei knapp die Hälfte der Abstimmenden die Zustimmung zur Veröffentlichung explizit verweigert hatten.

Hier ein kleiner Ausschnitt – auch der Datenschutzbeauftragte selbst, nebst Gattin, hatte „nicht zugestimmt“:

Man ignorierte also das doch eigentlich sehr dringende Anliegen des Mailschreibers komplett. Offensichtlich scheut man sich hier nicht vor horrenden Strafzahlungen, die bei  solch gravierenden Datenschutzverletzungen regelmäßig drohen und richtet vielmehr die Aufmerksamkeit ausschließlich auf die fragwürdigen Auftritte in den Social Media.

(Dies so als Hinweis für eifrige Werteunion-Spendenzahler. Mit Ihrem Geld könnte doch auch Sinnvolleres erreicht, als Strafzahlungen für so viel Dummheit beglichen werden)

Nichts Neues. Es geht ja nur um Mitgliederbelange und nicht um Pöstchen, Likes, Zustimmung der Fanbase und dergleichen. Mitglieder sind Durchlaufposten in der Statistik, mit der man dann wieder präpotent durch Facebook und Twitter wedeln kann.

Ich verlinke nun bewusst nicht zur Liste der Mitgieder, auf der mehr als 1000 Namen und Daten zu finden sind. Fakt ist: die Liste steht noch immer online.

Und ich beschreibe nicht ausführlicher, was dieser Fauxpas, der mehr als nur eine Nachlässigkeit ist, zumal die WU auf dieses Desaster aufmerksam gemacht wurde, für die Mitglieder bedeutet:

denn von Vielen von ihnen ist in den Parteien nicht bekannt, dass sie der Werteunion angehören. Und aus verständlichen Gründen möchten Viele von ihnen auch nicht in der CDU und in der CSU den Parteifreunden gegebenüber ihre WU-Mitgliedschaft offenbaren.

Dies nicht nur aus dem Grund, dass sich die Werteunion heillos politisch verritten hat, innerhalb der Unionsparteien mehr als nur zum Schmuddelkind mutiert ist, sondern weil sie sich darüber hinaus mit allem, was politisch derzeit im Brackwasser und im tiefen Sumpf – bis hin zum Extremismus – watet, gemein macht, indem sie das Wording und die Intention der Querdenker-Szene und der Alternative für Deutschland übernommen hat und multipliziert.

Wie bereits in Sachen „AfD-Kuschelkurs“, so ist dieses Daten-Desaster auch hier zu Lasten der Basismitglieder der Unionsparteien zu verbuchen.

Sie werden sich abermals nun, wo ihr Name auch Parteikollegen außerhalb der Werteunion bekanntgeworden ist, mit diesem unsäglichen politischen Vereinfachungs-Kurs des Werteunion-Populismus identifizieren lassen müssen.

Die Werteunion – ein politischer Amoklauf auf allen Ebnen. Dass die Macher dieses Vereins dem politischen Parkett nicht gewachsen sind, dass sie heillos mit der Gegenwartspolitik und der selbstzugewiesenen Rolle überfordert sind und ihnen Verantwortung und Seriosität fremd sind, zeigt dieser Skandal abermals auf.

 

Falls Sie also, lieber Leser, noch Fragen zum Inhalt des Artikels oder zum Ausmaß des Desasters haben, wenden Sie sich (mehr oder weniger) vertrauensvoll an

den Datenschutzbeauftragten der WerteUnion e.V., Herrn Peter Scholze,

68723 Plankstadt

datenschutz@werteunion.info

Oder an den

Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg

Postfach 10 29 32

70025 Stuttgart+49

(0)711615541-0

Fax: +49 (0)711615541-15

Mail: poststelle@lfdi.bwl.de

 

 

 

 

 

 

 

 

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