EXKLUSIV bei uns: Macrons ungeschriebener ehrlicher Brief an die Bürger Europas

von: unserem Gastautor STEFANOLIX [bei Twitter: @stefanolix]

Emmanuel Macrons ungeschriebener ehrlicher Brief.

 

Alle wörtlichen Zitate (Fettdruck) stammen aus dem am 05.03.2019 veröffentlichten Original.

Mesdames et Messieurs, mes chers Bürgerinnen und Bürger Europas,

wenn ich mir heute erlaube, mich direkt an Sie zu wenden, dann tue ich das, weil dringend gehandelt werden muss. Es muss immer dringend gehandelt werden. Wenn mich mein Fahrer morgens fragt, wohin es zuerst gehen soll, dann sage ich ihm: Das ist doch egal – ich werde überall gebraucht!

Ich weiß zwar in meinem eigenen Land nicht mehr, was ich noch tun soll. Die Probleme wachsen mir über den Kopf. Aber in der EU sind die Möglichkeiten des Handelns um so vieles größer. Deshalb stelle ich fest:

»Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg war Europa so wichtig. Und doch war Europa noch nie in so großer Gefahr.«

Die wirtschaftlichen Probleme und die hohe Staatsquote in Frankreich stehen als Symbole »für die Krise in Europa, das nicht angemessen auf die Schutzbedürfnisse der Völker angesichts der Umwälzungen in der heutigen Welt reagiert hat.«

Das ist sicher schlimm für die Leute … irgendwo da unten.

Lassen Sie uns aber zuerst über mich reden:

Ich ließ mich 2016 zum französischen Präsidenten wählen »im Namen der Geschichte und der Werte, die uns einen«. Ich gewann mit meiner Bewegung die Mehrheit im Parlament. Ich habe gesagt, dass ich es besser machen will, als alle meine Vorgänger. Ich ließ mich feiern und ich ließ die EU-Hymne spielen.

Ich bin mit allem Pomp eines französischen Präsidenten aufgetreten und ich habe es genossen. Aber ich habe mich immer weiter von den Menschen entfernt, die mich unterstützten. Und ich zertrat mit meinen eigenen Füßen die Hoffnungen, die sie in mich gesetzt haben.

Dann begann ich mit Reformen zum Nachteil meines eigenen Volkes. Aber diese unbotmäßigen, uneinsichtigen und inkompetenten Franzosen entzogen mir das Vertrauen: Meine Umfragewerte sanken ins Bodenlose. Immer mehr Unzufriedene gingen gegen meine Politik auf die Straße.

An meinen Reformen kann es nicht gelegen haben. Ich habe sie auf geniale Weise konzipiert und es sind die besten Reformen der Geschichte. Wenn die Gelbwesten im wütenden Protest auf die Straße gehen, kann das nur daran liegen, dass »bei jeder Wahl fremde Mächte unser Wahlverhalten zu beeinflussen suchen«. »Jene, die mittels falscher Behauptungen die Wut der Menschen ausnutzen, versprechen alles Mögliche und sein Gegenteil.«

Natürlich habe ich, Emanuel Macron, den Wählern auch alles Mögliche und das Gegenteil versprochen. Aber ich habe es doch für den richtigen Zweck getan: Für meinen persönlichen Aufstieg. Ja: Ich war gezwungen, die Polizei gegen soziale Proteste einzusetzen und das sah zugegebenermaßen sehr brutal aus. Aber ich tat es immer »im Namen der Geschichte und der Werte, die uns einen«.

Ich frage Sie rhetorisch: »Wie könnten wir ohne den Euro, der die gesamte EU stark macht, den Krisen des Finanzkapitalismus widerstehen?« und Sie könnten nun einwenden: Der Euro hat keinesfalls alle EU-Staaten stark gemacht. Der Euro hat den schwächeren EU-Staaten eher geschadet und sie mussten mit teuren Rettungsprogrammen aus der Misere befreit werden. Die EZB-Geldpolitik hat den Euro geschwächt und den Wert der Spareinlagen verringert.

Aber das sind falsche Meinungen. »Gegen diese Manipulationen müssen wir uns zur Wehr setzen. Stolz und nüchtern. Wir müssen zuallererst betonen, dass das vereinte Europa ein historischer Erfolg ist […]«.

 

Und wer das nicht einsehen will, für den habe ich dort hinten die Wasserwerfer schon auffahren lassen.

Ich schreiben Ihnen heute »Wir müssen durch EU-weite Regelungen Hass- und Gewaltkommentare aus dem Internet verbannen, denn die Achtung des Einzelnen ist die Grundlage unserer Kultur der Würde.« – Natürlich können Sie darin einen Widerspruch zu meiner Sonderbehandlung der Gelbwesten sehen. Dann sind Sie eben auch unbotmäßig, uneinsichtig und inkompetent.

 

Bürgerinnen und Bürger Europas: Ich habe bisher in Frankreich nicht den Erfolg gehabt, der mir zusteht. Ich kann also mein Gestaltungsgenie nicht mehr auf Frankreich beschränken. Ich muss Europa erklären, wie es sich entwickeln soll. »Das ist die Entscheidung, die ich Ihnen anbiete, damit wir gemeinsam den Weg eines Neubeginns in Europa betreten.«

 

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Twitter-Reaktionen auf Macrons ungeschriebenen Brief:

 

 

 

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