Friedensnobelpreis-to-go? Eine PR-Kampagne mit Kind ist keine Friedensaktion

von: Ao Krippner [Tertium datur]

Zugegeben: die Liste der Nobelpreisträger der letzten Jahrzehnte lässt einen schon ins Grübeln kommen, wenn sich darunter Namen finden wie:

Barack Obama („für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken“),

Jassir Arafat (ob er eine Aussöhnung mit Israel ernsthaft anstrebte oder nur als Zeitgewinn nutzen wollte, ist unklar. Auf jeden Fall spielte er schon vor dem Ausbruch der Zweiten Intifada in den Palästinensergebieten im Jahr 2000 ein doppeltes Spiel. Die Palästinensische Autonomiebehörde finanzierte Terrorgruppen und förderte unter Arafats Leitung die Spannungen, statt sie zu mildern)

Kim Dae-jung (für seine „Sonnenscheinpolitik. Jedoch zeigte sich rasch, dass Nordkorea keineswegs an Entspannung interessiert war, sondern die Lockerung des Drucks lediglich nutzte, um planmäßig eigene Raketen und Atombomben zu entwickeln)

Dies sei mal dahingestellt. Politik und Friedenspolitik ist nunmal ein komplexes Feld.

Jedoch finden sich unter den Nobelpreisträgern auch Persönlichkeiten und Institutionen, bei denen sich kein Zweifel um die Nobelpreiswürdigkeit breitmacht:

1935: Carl von Ossietzky

1952: Albert Schweitzer

1963: Internationales Komitee des Roten Kreuzes

1965: Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen

1986: Elie Wiesel

1993: Nelson Mandela zusammen mit Frederik Willem de Klerk

1999: Ärzte ohne Grenzen

und nicht zuletzt in allerjüngster Vergangenheit:

Malala Yousafzai und Kailash Satyrathi (2014) für „für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und für das Recht aller Kinder auf Bildung“.

 

Nun wurde also aktuell Greta Thunberg für den Friedensnobelpreis nominiert. Eine sog. „Klimaaktivistin“, die gerade mal seit einem dreiviertel Jahr prominent in Erscheinung tritt. Eingebettet in professonelle angelegte PR-Kampagnen, gefördert von Parteien und ideologischen Verbänden. Dargereicht mittels eines semi-religiösen Images dieser Kampagnen und mit sehr viel verbaler Aggression gegen „die da draußen“, also die Erwachsenenwelt, die vermeintlich als rücksichtsloser Klima- und Umweltsünder identifziert und geradezu mit inquisitorischen Eifer ans Kreuz genagelt wurde.

Nicht nur, dass die Welt dieser Ideologen mittlerweile sehr klein geworden zu sein scheint, wenn nurmehr dieses kleine Grüppchen, das mit allen Marketing-Finessen „gehypt“ wird, wahrgenommen werden kann:

im Gegensatz zur Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai, die unter Einsatz ihres Lebens für Bildung und für den Schulbesuch einsteht, wird von diesen Aktivisten die Schule bestreikt. Meine Anerkennung hätte diese Aktion, wenn die Problematik der Kinder und Jugendlichen in der ganzen Welt Beachtung fände! Ja, die Kinder und Jugendlichen dieser Welt, abseits von Luxusproblemen, haben eine ganz andere Lebensrealität als Schulstreiks und „Hüpfen für’s Klima“.

Gerade dann würde klar, dass ein Schulstreik das falsche Signal ist, um etwas – in deren Augen – Wichtiges darzustellen. Gerade Bildung ermöglicht, bewusster mit Umwelt, mit den Menschen und mit den Belangen der Greta-Generation in der ganzen Welt umzugehen!

Ich persönlich halte es für ein völlig falsches Signal, den Friedensnobelpreis mit dieser Nominierung zu entwerten und zu demontieren. Der Zeitgeist, (also post-politische Kampagnen, die mehr auf Emotionalisierung setzen als auf Fakten, … die ihre Wahrheiten nach der Ideologie ausrichten und nicht die Ideologie an der Wahrheit …) verlangt aber nach Show.

Wenn ich mir also die Reihe der Nobelpreisträger anschaue und darunter das Kinderhilfswerk UNICEF finde, dann gruselt mich bei der Vorstellung, ein von Erwachsenen instrumentalisiertes und damit für PR-Marketing-Kampagnen missbrauchtes Kind könnte den Friedensnobelpreis sogar am Ende erhalten.

Ich bin mir sicher, dass nach einer tatsächlichen Verleihung an Greta Thunberg nicht das Anliegen selbst weitergehende Beachtung findet, sondern das Kind Greta, das sicherlich von einer Veranstaltung zur nächsten von diesen Klima-Sanyassins weitergereicht wird, mit dem Ergebnis, dass die eigene kindliche Entwicklung und auch die Bildung (Schulbesuch) von Greta auf der Strecke bleiben wird. Ich erkenne darin eine semi-religiöse Erhöhung mit Sektencharakter.

Wie bei allen Kinderstars ist es bereits jetzt vorprogrammiert, was passieren wird: wenn diese Kampagne wieder abflaut und das Interesse am Menschen Greta demzufolge auf Null sinken wird. Was also passiert dann mit einem Kind, zudem, wenn es diese Krankengeschichte mitbringt?

Unser Zeitgeist ist brutal, wenn er Werbe-Ikonen einfordert. Am Ende eben auch brutal gegenüber einer Kinderseele, was im krassen Widerspruch zum eigentlich Sinn-Gebenden des Friedensnobelpreises steht.

Der Stifter, Alfred Nobel, hatte einen Preisträger im Sinn,

„der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“.

Nicht nur, weil diese Kampagne bislang keinerlei Nachhaltigkeit erzielt hat und zu erwarten ist, dass sie genauso schnell wieder verschwindet wie sie hochflammte (die am schnellsten wachsenden Grashalme biegt er leiseste Wind sofort!):

Wer wird als nächstes nominiert? Ronald McDonald? Für die friedensstiftende Zusammenkunft der Kinder dieser Welt am Tisch bei Fastfood?

Update, 14.03., 19.00 Uhr … ich habe noch eine wichtige Nominierung vergessen:

Wenn Greta Thunberg den Friedensnobelpreis je erhalten sollte, dann bin ich dafür, in künftig „Friedensnobelpreis-to-go“ zu nennen.

Das Mädchen tut mir wirklich leid. Aber vielleicht findet sich ja ein wahrhaftiger  Friedenscharakter, der Greta aus den Klauen von Medien- und Ideologie-Profis retten wird?! Wie hoffentlich all die Kinder, mit denen man zukünftig missbräuchlich solche Kamapgnen bestückt!

 

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