Fucking Facts! – Offener Brief an Correktiv.org & Checkerin Cristina Helberg

Gott sieht alles, Correctiv.org sieht mehr

Offener Brief an Cristina Helberg, „Faktencheckerin“ bei Correctiv.org

von: Ao Krippner [Tertium datur]

 

der Index Librorum Prohibitorum („Verzeichnis der verbotenen Bücher“, kurz auch Index Romanus) war ein Verzeichnis der römischen Inquisition, das für jeden Katholiken die Bücher auflistete, deren Lektüre als schwere Sünde galt. Der Index Librorum Prohibitorum wurde nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil abgeschafft.

Das war 1965, also in meinem Geburtsjahr. Ich kann mich demzufolge zwar nicht mehr daran erinnern, Sie mit Geburtsjahrgang 1991 sowieso nicht, aber ich erinnere daran, dass es neben diesem Index noch den Index librorum purgandorum gab, also ein Verzeichnis der von anstößigen Stellen zu säubernden Schriften. Werke von René Descartes waren genauso als häretisches Schriften durch diesen Index gebrandmarkt, wie die von Alexandre Dumas, Simone de Beauvoir, Voltaire, Diderot und die „Kritik der reinen Vernunft“ von Immanuel Kant.

Prolog Ende. Es ist also mehr als ein halbes Jahrhundert her, dass die erzkonservative Katholische Kirche fand, man müsse sich aufgrund der modernen Medien für eine konstruktive Auseinandersetzung öffnen.

Der Index der Katholischen Kirche basierte auf einem geschlossenen Weltbild. Correctiv.org erklärt seine Existenzberechtigung mit:

„Unser Ziel ist eine aufgeklärte Gesellschaft. Denn nur gut informierte Bürgerinnen und Bürger können auf demokratischem Weg Probleme lösen und Verbesserungen herbeiführen.“

Weiter erklären Sie dem Bürger, „warum es uns [Correctiv.org] braucht“:

„Wir fühlen uns ausschließlich der Wahrhaftigkeit und dem Gemeinwohl verpflichtet. Andere Medien sind für uns keine Konkurrenten, sondern Partner. Mit unserer Arbeit tragen wir zu Vielfalt und Qualität im Mediensystem bei.“

Ich erkläre Ihnen, warum ich Sie in einem Offenen Brief anschreibe. Sie haben unseren Artikel „Trau‘, schau‘, wem! „Die Zerstörung der CDU“ – oder: Der FakeVlogger“ indiziert.

Wer ihn bei Facebook lesen möchte oder teilt, bekommt folgende Nachricht und Ihren Hinweis darauf, dass das gar nicht gut und wünschenswert sei. Vermutlich ganz im Sinne der von Ihnen erwähnten „Vielfalt“, und der „Wahrhaftigkeit“ zuliebe und vor allem wegen des „Gemeinwohles“.

Ich fürchte, ich müsste eigentlich an dieser Stelle einer jungen Frau erklären, dass es erwachsene Menschen gibt, die sich weder vorschreiben lassen wollen, was sie lesen, noch erklären lassen wollen, wie sie das, was sie lesen, einzuordnen haben. Selbst wenn sie eine Nachricht missinterpretieren oder sie mit ihrer eigenen Brille umdeuten, so gibt es keine Pflicht, sie davor zu schützen, noch gibt es ein Recht darauf, ihnen diese Irrtümer zu verbieten. Correctiv.org sieht das anders. Ich weiß.

Also lasse ich an dieser Stelle dann doch eine Stellungnahme darüber, wie satt es die Bürger in diesem Land haben, bleiben, von irgendjemandem in einen engen Denkkorridor geschoben zu werden.

„Betreutes Denken“ ist zwar Ihr Geschäftsmodell, aber dieses läuft nur so lange, solange Sie dafür von einem Unternehmen (hier: Facebook) dafür engagiert und von unserer Politik dazu legitimiert werden.

Lassen Sie mich Ihnen eine Binse darreichen: der mündige Bürger selbst schätzt dies nicht. Angeblich aber wollen Sie eine „aufgeklärte Gesellschaft“.  Warum halten Sie die Menschen im Internet dann davon ab, sich selbst das Bild zu machen, das sie sich nunmal machen möchten? Ganz selbständig auf der Grundlage ihrer eigenen Denke, ihres eigenen Weltbildes. Die Summe dieser vielen Weltbilder ergibt die sog. „aufgeklärte Gesellschaft“. Ein Begriff, der mir dazu einfällt, ist die Transparenz. Ein weiterer wäre die Toleranz. Der Begriff, der hier nicht in die Reihe passt, ist garantiert die Kontrolle, also Ihr Job.

Eine „aufgeklärte Gesellschaft“ lebt von der Reibung ganz vieler Standpunkte, Perspektiven und Meinungen, zu denen auch die Irrtümer gehören. Ihnen werden in Ihrem weiteren Leben noch viele begegnen. Auch Thesen, Hypothesen, Vorurteile, Annahmen gehören zu unserer Gesellschaft und zu einer lebendigen, konstruktiven Debatte. Destruktiv wird eine Debatte dann, wenn man sich anmaßt, Meinungen, Thesen, Hypothesen mit der Fliegenklatsche erschlagen zu  müssen.

Für mich gehören zu einer Debatte grundsätzlich mehr Fragen als Antworten. Nicht zu einer Debatte gehört hingegen, zuerst die Antwort als gesetzt zu platzieren, um die Fragen zur Antwort passend zu gestalten. Wer fragt, der ist offen und konstruktiv. Wer noch vor der Frage antwortet, ist destruktiv und verschlossen.

Deshalb nun zu Ihrer Indizierung, also der Zensur unseres Artikels. Denn es ist Zensur, wenn Sie Facebook-Usern einen Warnhinweis zuteil werden lassen, der mit IHRER Beurteilung aus IHREM Weltbild heraus versehen ist.

Ich halte Ihnen noch zugute, dass auch Sie/Correctiv.org nicht frei davon sind, in die kleinen oder großen Fallen unseres Medienzeitalters zu tappen. Die Schwierigkeit, wie gerade heute im Zeitalter des Internets Meinungen entstehen und vor allem Denken beeinflusst und gestaltet wird, zeigte sich, so glaube ich, zu keiner Zeit deutlicher als in unserer. Ich möchte Ihnen keinen belehrenden Vortrag z.B. über Medien-Priming halten, aber es gilt:

„Medien-Priming wird im Allgemeinen als eine Erweiterung des Agenda-Setting betrachtet.

Die Agenda-Setting-Hypothese geht davon aus, dass die Massenmedien über die Auswahl und Gewichtung der Themen, über die sie berichten, Einfluss darauf haben, worüber das Publikum nachdenkt und welche Themen ihm wichtig sind. Sie besagt, dass das Publikum die Themenagenda der Medien übernimmt. Der Effekt konnte zuverlässig nachgewiesen werden.
Im Unterschied zum Agenda-Setting-Effekt wird bei Studien über Medien-Priming allerdings nicht der kognitive Einfluss der Medienagenda auf die Medienkonsumenten untersucht, sondern der affektive Einfluss: die Veränderung von politischen Einstellungen und letztlich von Wahlentscheidungen.“ (Wikipedia, dürfen Sie ruhig mal lesen)

In unserer Zeit gilt darüber hinaus, dass die Massenmedien sogar dazu übergehen, festzulegen, WIE über diese priorisierten Themen nachgedacht wird. Sie/Correctiv.org verengen dieses Wie mit Ihrer Beurteilung und konkretisieren den Anspruch, dass es hier nur eine Richtung geben kann. Ihre.

Ich neige zu langen Prologen, und deshalb werde ich jetzt konkreter:

Correctiv.org, also Sie, beurteilt/en zu indizierende Artikel mit dem Anspruch der vermeintlichen Objektivität, der dem Realitätscheck nicht standhält, weil Sie durchgängig die moralisch richtige Seite als objektiv richtig darzustellen versuchen. Mit dem „moralisch Richtigen solidarisieren“ ist ein ideologischer Objektivitätsbegriff, der sich auf den Seiten von Correctiv.org niederschlägt. Sie binden die Bürger in Ihren ideologischen Objektivitätsbegriff ein, indem Sie ihm sagen, was er mit Vorsicht zu lesen hat oder gar nicht oder was Sie ihm sogar zu lesen vorenthalten möchten.

Nun endlich zum Faktencheck an Ihnen, Cristina Helberg, und Ihrer Entscheidung, dass unser Artikel zu indizieren ist und dass er das FAKE-NEWS-Label verdient habe.

Ich darf Ihnen vorab mitteilen, dass Sie selbst diesen Faktencheck nicht bestehen. Und zwar aus ganz objektiven Gründen nicht!

Bereits in der Überschrift Ihres sogenannten (sic!) „Faktenchecks“ suggerieren Sie. Sie suggerieren, unser Artikel habe an irgendeiner Stelle behauptet, die GRÜNEN hätten das Rezo-Video in Auftrag gegeben.

Ich habe jetzt meinen Artikel mehrfach gelesen. Beim besten Willen: ich kann dazu nichts finden.

Prädikat also für Ihre Überschrift: FAKE NEWS

So funktioniert übrigens Manipulation. Die Antwort liegt bereits vor der Frage vor. Der Rest Ihres ideologischen Schützenfestes muss dann dieser Überschrift nur noch angepasst werden. Was Ihnen durchaus gelingt, das Ganze aber weder objektiv noch besser macht.

Sie greifen also unseren Artikel heraus, indizieren ihn (siehe ganz unten: die Meldung, die ein Facebook-User nach dem Posten unseres Artikels bekam) und behaupten dann weiter:

Wir sind nicht „mehrere Webseiten“. Mia san mia. Sie belegen unseren Artikel also mit einer Warnmeldung, weil „mehrere Webseiten“ irgendwas schreiben, was sich sowohl unserer Kenntnis, als auch unserem Einfluss entzieht?

Wissen Sie, liebe Cristina Helberg, das ist Manipulation vom Feinsten. Ich bin erstaunt, wie gut Sie auf dieser Klaviatur spielen. Ich erinnere Sie: Sie möchten die Gesellschaft vor Menschen wie Ihnen nicht nur schützen, sondern sie haben sich auch der Wahrhaftigkeit verpflichtet. 

Unser Prädikat also an dieser Stelle: LÜGE (man muss ja nicht immer mit Anglizismen wie „Fake News“ das Kind nicht beim Namen nennen wollen). Also: Sie lügen. Man sollte Sie aber nicht indizieren, sondern halt ein bissl einnorden, was ich gerade versuche.

Ich bin’s zwar ein bissl leid, aber „uns beiden“ bleibt jetzt keine Textanalyse erspart, damit SIE verstehen, dass Sie im weiteren Verlauf eine weitere UNWAHRHEIT (vulgo: LÜGE) platziert haben. Ich weiß jetzt nicht mehr, ob Ihnen da nur im Eifer Ihres eigenen Gefechtes ein fahrlässiger Fehler unterlaufen ist oder ob ich davon ausgehen soll, dass das schiere Absicht war. Ich grübele noch.

Denn:

Nein. Genau das schreiben wir nicht! Wir schreiben NICHT, dass das Video von den Grünen beauftrag worden sein könnte. Wir schreiben (Faktencheck)

„es handelt sch um astreine Themen der Grünen“

Stimmt. Klimawandel, Umweltschutz sind astreine Grünen-Themen. Faktencheck bestanden.

Und wir schreiben:

„und damit ein Wahlkampfvideo reinsten Wassers für diese Partei platziert.“

Stimmt. Rezo selbst lässt ja keinen Zweifel daran, dass alle der großen Parteien in Bezug auf Klimaschutz-Themen unwählbar seien, hingegen die Grünen hiervon noch „am ehesten“ auszunehmen sind.

Wo schreiben wir aber demzufolge, dass das Video „von den Grünen beauftragt worden sein könnte“? Nirgends.

Prädikat auch nach diesem Faktencheck: LÜGE.

Wir schreiben jedoch sehr wohl davon:

„Es wäre also jetzt noch interessant zu erfahren, ob eine Partei direkt der Auftraggeber dieses Videos ist oder eine Institution, die einer Partei nahesteht.“

Merken Sie, wie der geneigte Leser dieses Artikels so langsam zu gähnen beginnt ob der Fülle der Informationen, die er ohnehin bereits ohne Ihr Bemühen, sie zu verschwurbeln, verstanden hatte?

Natürlich, liebe Cristina Helberg, implizieren wir zwischen den Zeilen. Und das auch ganz bewusst, weil wir nach wie vor vermuten, dass es sich um eine Auftragsarbeit, eingebettet in einer bewusst inszenierten Kampagne, handelt. Aber ich verrate Ihnen kein allzu großes Geheimnis: das dürfen wir! Der Meinungsvielfalt zuliebe, der Debatte zuliebe, wider die Manipulation, dem Umstand zuliebe, dass Internetuser verschiedene Perspektiven und Aspekte in Betracht ziehen und ganz ohne IHRE Hilfe zu IHREM ureigensten, selbstbestimmten Schluss kommen.

Das nennt man VIELFALT. Und wir erlauben uns mit unserem Blog, auch ohne Ihren Segen, laut zu denken. In viele Richtungen sogar. Wir machen es uns ja nicht so einfach wie Sie.

Unser lautes Denken drückt sich über die Formulierung aus: „Es wäre interessant zu erfahren….“.

Prädikat: ach, Sie wissen schon. Plus Leseschwäche.

Weiter geht’s im Takt, und ich werde jetzt ein klein bissl emotionaler, weil Sie in Ihren weiteren Ausführungen sehr viel dreister und manipulativer werden.

Hier also:

Als „vermeintliches Indiz“ führen wir also an …. Sorry, Frau Helberg, wir können nichts als Indiz für etwas angeführt haben, was wir nie gesagt haben.

Es handelt es sich einen BEWEIS, den Sie uns in Abrede stellen. (siehe: unser Artikel halte Beweise für entbehrlich)

Es handelt sich also um einen Beweis für unsere Behauptung, beim Herausgeber des Videos, TUBE ONE, handelt es sich um eine Firma, die professionelles Influencer-Marketing mit ihren Youtubern durchführt. Beweis. Beweis erbracht.

Das Anführen einer Stellenanzeige ist eine Erklärung/Erläuterung dafür, wie Influencer Marketing bei der Firma TUBE ONE funktioniert.

Prädikat für Sie: Sie haben’s nicht gecheckt. Und nicht mal die „Fakten gecheckt“.

Gratulation, Frau Helberg!

Aber für den weiteren Abschnitt dürfen wir Ihnen gratulieren. Die erste Beurteilung, die Sie treffen, die sogar stimmt.

„Die Seite Tertium Datur formuliert ihre Behauptungen sehr vorsichtig: „In Anbetracht obiger Stellenausschreibung steht zumindest im Raum, dass es sich hier um eine von einem Auftraggeber bezahlte politische Kampagne handeln könnte.“

Ja, wir haben so formuliert, wie man formuliert, wenn man etwas in den Raum stellt: man formuliert das mit Bedacht oder, wie Sie es nennen, vorsichtig.

Denn: es ist ja kein Fakt. Nur eine Vermutung. Eine sehr, sehr naheliegende allerdings, die Sie (warum eigentlich, in Drei Teufels Namen?!) unbedingt mit Ihren Lügen vom Tisch haben möchten. Und zwar just in einem Moment, in dem sich die gesamte Presse noch im Freudentaumel über das Video eines „Jungen von nebenan“ vor Begeisterung und völlig kritiklos kollektiv einnässt! (Beim nächsten Video dieser Art kaufe ich ein Aktienpaket eines Herstellers für Inkontinenzeinlagen! Präventiv und alternativ rate ich den Redaktionen der großen Medienunternehmen, ihren Mitarbeitern einen Katheter legen zu lassen. Ist irgendwie seelen-hygienischer.)

Und jetzt, Cristina Helberg, werde ich richtig, richtig böse.

Jetzt ärgern Sie mich dermaßen, ich kann es Ihnen gar nicht beschreiben. Ja, Kruzifünferlsacklzement, denken Sie denn, die Leute, die Ihren „Faktencheck“ lesen, sind auf der Brennsuppn dahergeschwommen?

Dieser Screenshot, so verkürzt nur eingestellt, ist Manipulation.

Sie geben uns zwar recht, indem Sie sagen: „Richtig, da steht als KONTAKTADRESSE“ die Firma TUBE ONE und wird hier als das Management ausgewiesen. Also als jemand, der diesen guten Youtuber LEDIGLICH managed im Sinne von: Sie kümmern sich drum, wenn er seine Videos vermarkten mag.

Leider aber haben Sie den Rest einfach abgeschnitten. Denn dort steht: Impressum. Und wenn man klickt, dann gelangt man eben auf das Impressum, das in unserem Artikel eingestellt wird.

Vielleicht wissen Sie das ja nicht als „Faktencheckerin für’s Gemeinwohl“, aber derjenige, der hier als verantwortlich mittels eines Impressums zeichnet, ist auch derjenige, der für den Inhalt steht. Rechtlich und insgesamt sowieso. Und dieses Impressum verweist also nicht auf den guten Rezo als Autor, als Vlogger, als Youtuber, sondern auf den Herausgeber, den Verantwortlichen, quasi den Verlag. So gesehen ist Rezo der Urheber des Videos, aber nicht derjenige, dem dieses Video gehört.

Die Firma Tube One ist demzufolge derjenige, der das Video auf dem Markt platziert. Rezo ist Darsteller.

Oder wären Sie je auf die Idee gekommen, der Inhalt vom „Traumschiff“ gehöre dem feschen Kapitänsdarsteller oder die GRÜNEN gehören dem Habeck? Ok. Meinen könnt‘ man es schon. Also dass die GRÜNEN dem Habeck gehören und dass Sie das sogar glauben.

Ich glaube hingegen:

Rezo ist das verbale Maschinengewehr vom Habeck Robert.

Und was ich glaube, geht Sie gar nichts an. Und trauen Sie sich bloß nicht nochmal, anderen Leuten vorschreiben zu wollen, dass Sie davon, was ich glaube, fernzubleiben haben! Ich gehe eine Beziehung mit unseren Lesern ein und die geht Sie gar nichts an. Auch wenn die Leser finden, ich erzähle einen rechten Schmarrn. Das dürfen die!

In welcher Beziehung Sie allerdings zu den GRÜNEN stehen, würde mich doch mal interessieren, weil:

Ich stelle mir gerade vor, wie es wäre, wenn ich Ihren Job hätte. Ich würde also die Partei „Initiative für Deutschland“ anschreiben, weil ich gehört habe, dass es da Unregelmäßigkeiten und Verdachtsmomente in Bezug auf Parteispenden gegeben haben könnte. Oder mir zumindest die Propaganda des „Germanen-Kuriers“ sehr, sehr befremdlich vorkommt und ich da eine gewisse Nähe zur „IfD“ (Initiative für Deutschland) vermute.

„Liebe IfD,

ein Video des Germanen-Kuriers ist derzeit in aller Munde. Ich habe nun gelesen, dass die Frau Helberg behauptet, in einem Artikel, auf Ihrem Blog, dass Sie vielleicht hinter dem Video stecken tuen. Können Sie mir bitte sagen, ob das stimmen tut?“

Anwort:

„Liebe Frau Ao,

wo denken Sie denn hin?! Die Antwort lautet nein. Wir haben mit dem Video nichts zu tun. Ihre IfD-Pressestelle“

Da simmer jetzt aber froh und verkünden in alle Welt hinein: jeder, der nochmal irgendwo und irgendwie in den Raum stellt, die IfD könnte mit illegalen, verdeckten Spenden zu tun haben, kommt auf den Index!

Man wird ja noch fragen dürfen, oder? Also ob Spenden oder nicht.

Vielleicht würde ich ja auch direkt dort anfragen. Aber ich würde weitergraben und wäre mit der Antwort so lange nicht zufrieden, solange ich da „so ein Bauchgefühl“ habe, zudem mit FAKTEN unter- und gefüttert, dass es sich nicht um ein Amateurvideo handelt, sondern um ein professionelles Kampagnen-Video.

Zum Glück, liebe Cristina Helberg, sind Sie keine Journalistin, sondern nur „Faktencheckerin“. Denn wir arm wäre die Welt der Medien, wenn sie so gutgläubig wie Sie wäre? Googlen Sie mal nach dem Begriff „Investigativer Journalismus“. Da können wir zwei Beiden noch was lernen. Ich stelle halt mit meinen eingeschränkten Möglichkeiten Fragen. Sie lügen auf einer einflussreichen Plattform. Der gute Journalismus popelt hoffentlich recht tief in all diesen Bereichen, um noch mehr Fragen zu finden, auf die er Antworten sucht.

So, und jetzt komme ich endlich zum Schluss, denn so langsam wird’s mir echt zu blöde mit Ihnen, Cristina Helberg. Sie haben mir wertvolle Lebenszeit gestohlen, indem ich Ihnen antworten musste. Aber da mir die Zukunft der Jugend eben nicht egal ist, möchte ich, dass Sie meinen kleinen Offenen Brief als ein Investment in Ihre Zukunft betrachten. „Soll ja nimmer vorkommen“, wäre jetzt ein Bonmot, das ich Ihnen diesbezüglich überreiche. Oder: „aus Fehlern klug werden“ oder so.

Am Schluss begründen Sie also den völlig falschen, gelogenen Anfang Ihrer Bewertung:

„Mehrere Webseiten berufen sich auf den Tertium Datur-Artikel, spitzen die angedeutete Behauptung jedoch in ihren Überschriften zu. Ein klassisches Mittel, um unbelegte oder falsche Meldungen zu kaschieren. Viele Nutzer teilen die Beiträge aufgrund der reißerischen Überschriften, offenbar ohne die Artikel komplett zu lesen.“

Rezo würde an dieser Stelle laut kreischen: „Ja, hat denn die Helberg Lack gesoffen? LOL ey“. Das kreische ich jetzt natürlich nicht.

Sie kommen also zu dem Schluss:

unser Artikel ist dringend zu indizieren, WEIL andere Webseiten unsere Vermutungen (sic!) zu einem Fakt gemacht haben wollen.

Sie finden schon, dass das jetzt nicht besonders klug war? So im Sinne der Wahrhaftigkeit und vom Gemeinwohl?

Und wissen Sie, welches Klima mir noch das wichtigste ist, denn dieses beeinflussen wir garantiert zu 100% (Vom Weltklima wissen wir nicht, wie groß unser Einfluss ist, btw):

das Debattenklima. Und das vergiften Sie und Ihresgleichen destruktiv, anmaßend und vor allem mit Fake News wie Ihrem angeblichen Faktencheck, mit dem Sie mein Denken zu vergewaltigen versuchen.

Bislang war Ihr Leitspruch offensichtlich:

„Danebenliegen halte ich für eine bequeme Ausgangsposition.“

Mein Leitspruch allerdings ist:

„Ich streite nie. Ich erkläre.“

Also, wird schon. Bleiben Sie dran. Es gibt noch viel für Sie zu begreifen.

Schöne Grüße von dort, wo der Leitsatz „Liberalitas Bavariae“ tatsächlich noch gelebt wird. Immer. Ein Fakt, den Sie und Correctiv.org eh nicht checken. Fucking facts. FUCK! (Zitat: Rezo, der Messias Ihrer Generation)

 

Disclaimer

(falls Sie sich bis hierhin durchgelesen haben, lieber Leser … und nur für Sie:)

Das war also eine Kostprobe des aufgeregten und hysterischen Stils, wie man ihn ganz oft in diesen Tagen in sozialen Netzwerken, aber auch von Qualitätsmedien zu hören bekommt, und eine anschauliche Darbietung, wie sehr Zensur und Polemik den politischen Stil verkommen lassen, den zu retten sich eigentlich [Tertium datur] mit auf die Agenda geschrieben hat …

 

Aber da unsere Artikel zu Rezo so gründlich missverstanden wurden, sah ich mich gezwungen, zu emotionalisieren, damit wenigstens die Intention durchdringt.

 

Update 30.05.:

Ein sehr lesenswerter Artikel findet sich auf der Seite von „Ruhrkultour“ (klick hier):

„Die Moral von der Geschicht’

Jede Recherche setzt Zweifel voraus. Ähnlich wie in der Wissenschaft: Ohne Skeptik gibt es keinen Fortschritt. Diesem Zweifel soll es offenbar an den Kragen gehen. Er soll kanalisiert und kontrolliert werden, weil, wenn jeder zweifeln darf, wie er will, und das auch noch in den sozialen Medien, sind clevere Geschäftsmodelle bedroht. Und die wollen verteidigt werden.“

und:

Wie wird man lästige “Mitbewerber” bei Facebook los?

Auf die Frage, wie wird man lästige “Mitbewerber” und Blogger (Kleinvieh macht auch Mist!) bei Facebook los? Eine mögliche Antwort:

“Wenn unsere Faktenchecker Falschmeldungen als solche kennzeichnen, nimmt deren Reichweite in sozialen Netzwerken drastisch ab.” (Correctiv)“

 

Update 29.05., 19.40 Uhr:

Diese Seite hier beleuchtet das Rezo-Video sehr fundiert, (klick „Das wirkt wie eine konzertierte Aktion“) in weiten Strecken basierend auf unseren Gedanken und im Hinblick auf die von uns unterstellte politische Kampagne. Ebenso im Cicerco (klick)

Zitat:

Frage: In rechten Blogs kursiert das Gerücht, bei dem Video handele es sich um eine politische Wahlkampf-Kampagne, die von den Grünen bestellt wurde. Ein abwegiger Verdacht? 
Antwort: Wenn dem tatsächlich so wäre, hätten wir sicher einen Politikskandal erster Güte. Es handelt sich allerdings um Gerüchte, die auf keinen belastbaren Beweisen fußen.

Genau.

 

Update 20.20 Uhr:

Ein hervorragender Artikel von Hadmut Danisch und warum er das Rezo-Video für Demagogie und Täuschung hält, findet sich hier: Klick.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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