„Gehäufte Fälle von Tierquälerei durch Migranten“ – Agitationspropaganda auf den Hund gekommen

von: Ao Krippner [Tertium datur]

In den letzten Tagen begegneten mir zwei Artikel zum Thema „Tierquälerei durch Migranten“, hier inbesondere durch Muslime.

Tabu-Thema in den Medien

„Die Fälle von Tierquälerei durch Migranten häufen sich“

und bezugnehmend auf den ersten Artikel im Deutschland-Kurier

„Unreine, übergroße Ratten“:
Zunahme von brutaler Gewalt gegen Hunde in Deutschland

Tatsächlich ist es so, dass es einen Hadith im Islam gibt, die Folgendes aussagt:

„Wer immer einen Hund hält, es sei denn einen Hund zum Hüten des Viehs oder einen Hund zum Jagen, dem werden täglich ein Karat von seinen guten Taten abgezogen.“

Es gibt hierzu einige Auslegungen, je nach Auffassung. Die Einen sehen diesen Hadith als absolut an, die Anderen weiten aus: wenn das Haus auf dem Lande steht und es niemanden gibt, der in der Nähe wohnt, dann ist es erlaubt, einen Hund zu halten, um das Haus und seine Leute in ihm bewachen zu lassen; denn das Bewachen der Familie sei wichtiger als das Hüten von Vieh.

Fakt ist jedenfalls: Hundehaltung ist – wie so viele oder fast alle Bereiche des täglichen Lebens – religiösen Vorschriften unterworfen.

Fakt ist ebenfalls: Hundehaltung und Haustierhaltung allgemein folgt einem ganz anderen Weltbild als hierzulande. Hunde als Mitglied der Familie zu betrachten und dem Hund einen Platz innerhalb dieser menschlichen Gemeinschaft einzuräumen, ist eine völlig andere Betrachtungsweise als im Islam.

Grundsätzlich also ist es korrekt, wenn in diesen Artikel behauptet wird, dass der Hund im Islam dem Menschen nicht als Lebewesen wertgleich gesetzt wird, sondern „unreiner als der Mensch“ erachtet wird.

In manchen islamischen Ländern trägt dies seltsame, da streng an den Koran angelehnte Blüten. In den meisten islamischen Ländern hingegen werden Hunde beispielsweise als Jagdgenossen wert- und hochgeschätzt – wie auch Pferde oder Jagdfalken. Im arabischen Raum schlägt sich dies in Kaufpreisen in astromomischer Höhe nieder, die wiederum hierzulande kaum für ein Pferd oder eben einen edlen Zuchthund möglich sind.

Ich zähle mal wahllos Hunderassen aus dem arabischen bzw. islamischen Raum auf:

Sloughi, Afghanischer Windhund, Saluki, Qhadrejooni (ein persischer Hütehund) und so weiter und so fort.

Der Artikel im Deutschland-Kurier behauptet nun:

„Brutale Tierquälereien haben in islamischen Ländern eine lange Tradition. Opfer sind vor allem Hunde. Sie gelten als »übergroße Ratten«“

Nun könnte man also auch sagen, die Tierquälerei hat auch in den Ländern der westlichen Welt eine „lange Tradition“. Was so ebenso wenig stimmt. Noch vor Jahren wurde das, was wir heute zuerst als Tierquälerei brandmarken, gar nicht beachtet: Hunde auf Höfen, die kaum Auslauf hatten und an der Kette lagen. Anbindehaltung von sogenanntem „Nutzvieh“ in den Ställen. Das Kupieren der Ohren und Ruten von Hunden bestimmter Rassen (mittlerweile ebenfalls verboten). Ich führe gar nicht weiter aus, welche Formen der Tierquälerei hierzulande teils geduldet, teils jedoch schon immer geächtet wurden.

Surft man durch das Internet, so wäre man Tage damit beschäftigt, einen Fall nach dem anderen von Tierquälerei in Deutschland zu lesen. Auch und vor allem Fälle von gequälten Hunden.

Warum schreibe ich also diesen Artikel und warum ist er mir so wichtig?

Lange, bevor die Klientel um die Macher des Deutschlandkuriers und die sog. „Altright“-Bewegung in Deutschland sich mit dem Islam überhaupt beschäftigten, übte ich Islamkritik, was diese Religion hier innerhalb unserer Gesellschaft angeht. Ich befasse mich seit sicherlich 25 Jahren eingehend mit dem Islam und auch demzufolge mit dem Koran. Sicherlich deckt sich Vieles von dem, wie ich zum Islam stehe, mit dem, was die „Neue Rechte“ an- und ausführt.

Ich war viele Jahre Hundehalterin und habe Irish Wolfhounds gehalten und gezüchtet. Die meisten der 10 Millionen in Deutschland gehaltenen Hunde sind „Familienangehörige“, „der beste Freund des Menschen“ und aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Die wenigsten in Deutschland gehaltenen Hunde sind „Arbeitstiere“, also Wachhunde, Polizeihunde oder Jagdhunde.

Als Hundehalterin, vor allem mit der weltgrößten Rasse an der Leine (mein Alpha-Rüde hatte stolze 100 cm Schulterhöhe) weiß ich, mit welcher Skepsis und auch welcher Angst mir bzw. uns gerade Migranten begegneten, aus deren Kulturkreis heraus der Hund einen völlig anderen Stellenwert als hierzulande hat. Ich erfuhr tatsächlich eher Ablehnung als Offenheit. Zu Konflikten kam es allerdings nie, denn man ging mir/uns im großen Bogen aus dem Weg. (siehe Foto mit zweien von meinen „Kleinen“)

Aufgrund eines Vorfalles nun in Straubing, bei dem ein Syrer einen Hund aus dem Fenster warf, wird im Artikel ein Fass aufgemacht, das ich nicht so unwidersprochen stehenlassen möchte.

Im Artikel heißt es zudem:

In der belgischen Stadt Turnhout (Provinz Antwerpen) wurde ein Mann von fünf Jugendlichen – nach seinen Angaben Ausländer – bei einem Spaziergang im Park wegen seines Hundes angepöbelt. Der Hund stinke, sagten sie. Als der Halter das zurückwies, wurde er bewusstlos geschlagen. Nicht viel anders erging es einer Hundebesitzerin in Wien: Die 54-Jährige wurde vor ihrem Gartentor von einer muslimischen Somalierin brutal niedergeschlagen und musste mit einer komplizierten Kniefraktur ins Krankenhaus. »Dein Hund ist unrein«, hatte sich die schwarzafrikanische Migrantin laut Medienberichten aufgeregt.

Wer Hundehalter ist, der weiß, dass es immer wieder zu Konflikten mit Passanten kommen kann. Ein Hundehalter kann ein Lied singen von wunderbaren Begegnungen zwischen seinen Hunden und aufgeschlossenen Menschen (vor allem auch Kindern) und aber auch ein Klagelied von ungerechtfertigter und unverhältnismäßiger Aggression gegenüber Hund und dem Menschen am anderen Ende der Leine. Selbst zwischen Hundehaltern ist so mancher Konflikt deftiger und heftiger eskaliert als zwischen sich aufmantelnden Hunden selbst.

Was also stört mich an dieser Art der Berichte und warum greife ich sie auf?

Zunächst: drücke auf das Gefühl der Menschen (und gequältem Tier geht das Herz sofort auf und die Wut kocht hoch!) … und keiner würde sich nicht auf die Seite des Tieres stellen und den Tierquäler dafür hassen, was er unseren Mitgeschöpfen antut.

Will sagen: für politische Agitation und auch für darüber transportierte Angriffe gegen Muslime ist das Thema natürlich ein „No Brainer“. Und schon von daher für mich persönlich höchst unlauter!

Es wird in beiden Artikeln davon gesprochen, dass es eine „große Dunkelziffer“ gebe, man suggeriert, dass noch mehr Fälle von den Behörden „verdeckt“ und damit „verdunkelt“ würden, als man für möglich hielte. Man erspart sich dadurch, genaue Zahlen nennen zu müssen bzw. einen Beleg für die Behauptung, es gebe rapide ansteigende Fälle von Tierquälerei durch Migranten und vor allem durch Muslime.

Wir haben eine ganze Reihe von Problemen mit dem Islam hierzulande. Diese Probleme müssen seriös, lauter, mit Klartext und anhand der Faktenlage immer wieder beim Namen genannt werden. Auch und vor allem, was das islamische Frauenbild angeht und die „Traditionen“ hierin, die man in Deutschland etablieren und manifestieren möchte, die aber meiner Ansicht nach weder mit unserem gesellschaftlichen Werteverständnis, noch mit unserer Verfassung konform sind. Darüber werden wir weiter und weiter debattieren MÜSSEN!

Bedient man sich dieser Art der Agitationspropaganda, passiert in der Folge eines:

man stigmatisiert systematisch das Problem.

Artikel wie diese beiden haben nichts, aber auch rein gar nichts mit der Kritik am Islam oder an islamischem Leben zu tun, sondern sind blanke Manipulation und Instrumentalisierung der Gemüter. Ich halte sie sogar darüber hinaus für gefährlich, da in der Tat reißerisch, hetzerisch und faktenentbehrend. Sie bedienen sich einfachster  Reaktionen des Lesers wie Schutz, Anteilnahme, Mitgefühl, Mitleid, und in der Folge eben auch Wut und Hass (um mit letzterem einen abgegriffenen Begriff ins Spiel zu bringen).

Es ist eine alte Regel in Werbung und beim Film: bringe Kinder und Tiere ins Spiel und Du hast bereits gewonnen.

Deshalb möchte ich mit diesem Artikel gerade zu diesem Thema dazu auffordern:

hört auf mit solch billigster Agitationspropaganda, wenn Euch daran gelegen ist, dass Islamkritik eben nicht stigmatisiert und gebranntmarkt und jedes berechtigtes Aufzeigen der Problematik als „Islamophobie“ oder „Islamhass“ weiterhin bezeichnet wird.

Die Macher solcher Artikel kann ich nicht als Islamkritiker ernstnehmen. Ich kann sie auch nicht als seriöse politische Aktivisten bezeichnen. Sie schaden der berechtigten Islamkritik mehr als sie nutzen.

Sie füttern ihre eigene Filterblase mit einfachster Emotionalisierung. Mit welchem Ziel? Die eigene Echokammer schäumen und toben zu lassen?

Das ist Agitationspropaganda, die völlig auf den Hund gekommen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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