Heilige Einfalt! Aufstand gegen Ebner-Steiner? (Teil 3)

Kommentar von: Ao Krippner [Tertium datur]

„Ich will mich auf meine Aufgabe als Fraktionsvorsitzende konzentrieren. Daher plane ich nicht, noch einmal für ein Amt im Vorstand der AfD Bayern zu kandidieren“, lautet eine schriftliche Erklärung der noch amtierenden stellvertretenden Landesvorsitzenden der AfD, Katrin Ebner-Steiner.

Hintergrund dieser Erklärung ist wohl nicht nur der Eklat um Ebner-Steiner innerhalb der AfD Bayern in den letzten Monaten nebst den Parteiaustritten von Landtagsabgeordneten, sondern auch ein Antrag einer stattlichen Anzahl Kreisverbandsvorsitzender, die einen vorgezogenen Landesparteitag beim Landesvorstand eingefordert hatten.

Während Ebner-Steiner auf diese Vorkommnisse und Anwürfe zunächst höchst unprofessionell („Reisende soll man nicht aufhalten.“) und fahrlässig, ihrer Person und Position in der Landespartei sicher, reagiert hatte, schlägt sie nun leisere Töne an und bemüht sich offensichtlich darum, ihr ohnehin schon ramponiertes Image und Standing in der Partei mittels rechtzeitigem Ziehen der Reißleine einigermaßen zu retten. Zuvor war keinerlei Reflektion und Kurskorrektur erkennbar, sondern ein Beharren darauf, bislang alles richtig gemacht zu haben.

Die Schadensbegrenzung für sie persönlich und auch für die Bayern-AfD kommt allerdings reichlich spät und erfolgt erst dann, wo sie mit dem Rücken bereits an der Wand und inmitten des Feuerkreises der Kritik – ausgelöst durch unbelehrbare Alleingänge – steht.

Wir hatten uns bereits in anderen Artikeln ausführlich mit dem Beben und der Erschütterung innerhalb der AfD Bayern beschäftigt, die offenkundig ein Epizentrum, namentlich Ebner-Steiner, aufweist.

Der amtierende Landesvorsitzende Martin Sichert kommt indes eher farblos daher. Zwar bestritt er irritierenderweise sämtliche TV-Wahlkampftermine anlässlich der Bayernwahl und hatte dieses Feld nicht den eigentlichen Landtagskandidaten überlassen, was wohl die klügere Entscheidung war. Denn so richtig profilierte Köpfe taten sich da nicht hervor.

Jedoch zeigt sich, dass der Tanz auf zwei Hochzeiten (die eine im Bundestagsmandat in Berlin, die andere als Landsvorsitzender) ein insgesamt politisch blasses und energieloses  Bild ergeben. Wie sein Vorgänger im Amt, Petr Bystron, der seinerzeit eine Wahlklatsche bei der Aufstellung der Listenkandidaten in Greding und damit einen öffentlich sichtbare Absage durch die Parteimitglieder erhalten hatte, erscheint Sichert wohl ebenso nicht mehr geeignet, die AfD in Bayern markant weiterzuführen.

Für die AfD insgesamt und auch für die AfD in Bayern stehen wichtige Monate bevor: Kommunalwahlen, Wahlen zum Europäischen Parlament, die Wahl des Landesvorstandes in Bayern und nicht zuletzt die Wahl des Bundesvorstandes der AfD.

Ob es da richtig ist, Ebner-Steiner und damit auch Sichert mit solch einfachen Floskeln zu verkünden, man mache wie gehabt – mit kleinen Korrekturen – weiter, wage ich stark anzuzweifeln. Die Köpfe zumindest in der bayrischen Parteispitze sind damit vakant und dürfen parteiintern in Frage gestellt werden.

Nebenbei vermeldet die FAZ rückläufige Tendenzen in der Wählergunst: die Zustimmung beträgt nurmehr momentan gemäß den Umfragen zur Europa-Wahl zwischen 10 und 13 Prozent. Das weicht beträchtlich von der vollmundigen Behauptung Meuthens ab, die AfD sei die Volkspartei schlechthin und habe damit ein Potential von ca. 35% Wählerzustimmung in der Bevölkerung.

Die AfD in Bayern wird sich personell neu erfinden müssen. Bystron, Sichert und Ebner-Steiner gehören damit längst der Vergangenheit an, will man die Zustimmung der Wähler nicht vollends verlieren, ist man doch hier bereits auf magere 8 Prozent in den Umfragewerten gesunken.

Ich verweise an dieser Stelle an unseren Artikel „Heilige Einfalt! Ich wähle auch einen Hydranten. Teil 2“ und zitiere daraus:

Je mehr Peinlichkeiten also aus der AfD Bayern kommen, je mehr sie sich den Vorwurf gefallen lassen muss, eine Chaos-Truppe mit zwar großem medialem Donnerhall, aber mit einer immer radikaler werdenden Personalie zu sein, umso lauter knallen die Champagner-Korken im Kanzleramt bzw. in der Staatskanzlei um Söder. Die bürgerliche und konservative Wählerschaft kann sich nur von der AfD verabschieden und wird bzw. bleibt fortan politisch heimatlos.

Sowie:

Exemplarisch ist an der AfD Bayern nicht nur ablesbar, dass sich bis heute keine Ernsthaftigkeit, Seriosität und Professionalität bei den Mandatsträgern eingestellt hat

Der neueste Klamauk, der beim „Kongress der Freien Medien“ im Bundestag abgefackelt wurde, erfüllt nicht die Kriterien, die den konservativen Wähler begeistern und zur Wahl bewegen könnten. Ganz im Gegenteil.

Sichert hat einen vorgezogenen Landesparteitag in Bayern für Juni oder Juli in Aussicht gestellt. Die AfD Bayern muss sich schleunigst nach neuen Köpfen für den Landesvorstand umsehen, die eine Seriositätsoffensive für ihre Partei im Freistaat starten können.

Aus dem Artikel:

Schafft es die AfD Bayern nicht, einen radikalen Kurswechsel einzuläuten, der zwingend eine Ablösung der Spitze des Landesvorstandes und der Fraktionsvorsitzenden Ebner-Steiner und eine Führung der sichbar hilflos taumelnden AfD-Landtagsfraktion (mit eindeutigem Konzept und entsprechenden Strategien) bedingt, nimmt man billigend in Kauf, dass die AfD Bayern sich selbst entbehrlich machen und am Ende um einen erneuten Einzug in den Landtag bangen wird.

Die Wagenburg-Mentalität von Martin Sichert und Petr Bystron, die ins selbe Horn blasen, zeigt deutlich, dass Beide keine Option sind, diese Aufgabe zu übernehmen.

Wachablösung in der AfD Bayern ist dringend angezeigt.

Die AfD-Fraktionsführung von Katrin Ebner-Steiner ist politischer Autismus…

… ohne Inselbegabung.

Dasselbe gilt ganz offensichtlich auch für den derzeitigen Landesvorstand.

 

 

 

 

 

 

 

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