Kein Pillepalle mehr! – Nicht mit dieser Kanzlerin

von: Hans-Heinrich Dieter, Generalleutnant a.D.
Gastautor [Tertium datur]

Kein Pillepalle mehr!

Vor Pfingsten erhielt Bundeskanzlerin Merkel in Cambridge den Ehrendoktorhut der Universität Harvard. In ihrer Rede forderte sie die Studenten auf, „Mauern der Ignoranz“ einzureißen sowie „Lügen nicht Wahrheiten zu nennen und Wahrheiten nicht Lügen“. Den Studenten hat das gefallen. Amerikaner befassen sich erfahrungsgemäß nicht allzu intensiv mit der außeramerikanischen Politik. Deswegen wissen sie auch nicht, dass Merkel einen ziemlich beliebigen Umgang mit der Wahrheit pflegt.

Die eine Wahrheit Merkels heißt, dass Multikulti absolut gescheitert ist, wenig später ist Multikulti nach Merkel unser Zukunftsmodell. Dann gehört gemäß unserer Kanzlerin der Islam nicht zu Deutschland, um relativ kurz danach in Anbiederung an Erdogan zu verkünden, dass in Wahrheit der Islam inzwischen doch zu Deutschland gehört. Die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke ist wahrhaftig zwingend notwendig und dann ist aus parteipolitischen Gründen der schnellere Ausstieg in Wahrheit alternativlos. Und dann müssen Flüchtlinge unbedingt ohne Absprache mit der EU und gegen Regeln der EU in großer Zahl unkontrolliert nach Deutschland einreisen, um dann die Wahrheit zu erkennen, dass die Einwanderung reguliert werden muss, um die Bevölkerung und die Behörden nicht zu überlasten. Und diese vermeintlich humane Flüchtlingspolitik – in Wahrheit das Wohl der deutschen Bürger nachhaltig negativ beeinflussende – war doch tatsächlich auch Teil der Begründung für den Ehrendoktorhut in Cambridge.

Ohnehin haben die intellektuellen Würdenträger in Cambridge nicht sehr gründlich recherchiert, bevor sie Merkel würdigten. Ein Blick in die Biografie Merkels: Merkels Vater, Horst Kasner, „flüchtete“ 1954 nach seinem Studium der evangelischen Theologie mit Familie von Hamburg in die DDR. Er wollte sich, offensichtlich traumatisiert vom „BRD-Kapitalismus“ dem „real existierenden Sozialismus“ hingeben und beteiligte sich als Leiter des Pastoralkollegs in Templin maßgeblich an der Zerschlagung der damals noch gesamtdeutschen Organisation der Evangelischen Kirchen. Kasner war Mitglied des Stasi-gesteuerten „Weißenseer Arbeitskreises“ und der kommunistisch gelenkten Christlichen Friedenskonferenz (CFK). Von diesem kommunistischen Überzeugungstäter, der auch im Verdacht steht, selbst IM der Stasi gewesen zu sein, wurde das „Flüchtlingskind“ Angela Merkel erzogen und in der sozialistischen Gesellschaft des „Staatsgefängnisses DDR“ erfolgreich sozialisiert. Vater Kasner war offensichtlich ein so staatstreuer Kommunist, dass – anders als üblich in der DDR – seine Pfarrers-Tochter Abitur machen und studieren durfte.

Merkel selbst brachte sich ins System sehr gut ein, war gerne und ein gutes FDJ-Mitglied und am Ende ihrer Schulzeit wirkte sie an den FDJ-Aktivitäten ihrer Klasse führend mit. Auch während ihres 1973 begonnenen Studiums in Leipzig betätigte sich Angela Merkel in der FDJ. An der Akademie der Wissenschaften der DDR, wo Merkel nach Abschluss ihres Studiums arbeitete, war sie ebenfalls in der FDJ aktiv. Zwei der ehemaligen Ersten Sekretäre der FDJ-Leitung haben unabhängig voneinander zu Protokoll gegeben, dass Merkel ab 1980 der FDJ-Leitung als „Sekretär für Agitation und Propaganda“ angehörte. Merkel bestreitet allerdings, diese Funktion innegehabt zu haben. Sie behauptet, am Institut lediglich „Kulturbeauftragte“ der FDJ gewesen zu sein und nur „Theaterkarten besorgt“ zu haben. Besonders glaubwürdig erscheint das nicht, wenn man sich vor Augen führt, wie privilegiert Merkel in Wahrheit war, denn sie durfte 1986 und 1989 in die Bundesrepublik und mehrfach nach Polen reisen, allein 1981 dreimal, obwohl die DDR-Führung den visumfreien Reiseverkehr mit Polen ausgesetzt hatte, nachdem dort 1980 die unabhängige Gewerkschaft Solidarność zugelassen worden war.

Im Internet wird auch spekuliert, ob Merkel nicht selbst IM der Stasi war. Belegen lässt sich das nicht, denn es wurde ja bekanntlich ein Großteil der Stasi-Akten vernichtet und widerlegen lässt es sich auch nicht, weil die Stasi-Unterlagen-Behörde bislang keine verfügbaren Dokumente zu Merkel herausgegeben hat.

Und vor diesem Hintergrund erklärt die wahrheitsliebende Kanzlerin in Cambridge, dass sie in der DDR immer kurz vor der Freiheit abbiegen musste und das kaum aushielt. Zum „Demokratischen Aufbruch“ ist Merkel erst sehr, sehr spät gestoßen und bei den „Wir sind das Volk“-Demonstrationen hat sich Merkel auch nicht hervorgetan – wenn sie denn überhaupt mal dabei gewesen ist!

Da muss sich die „intellektuelle Elite“ schon fragen lassen, ob sie die von Persönlichkeit und Charakter geeignete Politikerin für diese Ehrung ausgewählt hat.

Seitdem der Hilfsarbeiter ohne Schul- und Berufsabschluss und spätere deutsche Außenminister J. Fischer 2006 für eine einjährige Gastprofessur für internationale Wirtschaftspolitik an die amerikanische Princeton University berufen wurde und das US-Magazins „Forbes“ Bundeskanzlerin Angela Merkel 2015 auf Platz 2 der Liste der einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt gesetzt hat, ist mein Vertrauen in die Urteilsfähigkeit solcher „Eliten“ allerdings ohnehin stark eingeschränkt. Und ich persönlich halte es für den größten Fehler des „Kanzlers der Einheit“, Helmut Kohl, dass er diese ostdeutsche Quoten-Politikerin, offensichtlich fraglos, über die Maßen gefördert hat.

Und nun sagt die propagandaerfahrene ehemalige „Kulturbeauftragte“ der FDJ, ehemalige „Klimaministerin“ und heutige Kanzlerin Merkel bei einer Sitzung der Unionsfraktion, es dürfe in der Klimapolitik „kein Pillepalle mehr geben“ und kündigt für den Herbst Vorschläge für  „disruptive Veränderungen“ an.

Wenn Merkel feststellt, dass in 14 Jahren ihrer Richtlinienkompetenz als Kanzlerin die Klimapolitik als Bagatelle, Banalität, Belanglosigkeit, Geringfügigkeit, Kleinigkeit, Lappalie oder Nebensache behandelt wurde, dann bezichtigt sie sich selbst der Verantwortungslosigkeit zum Nachteil des deutschen Volkes.

Es ist aber noch weitaus schlimmer, denn Merkel hat durch den überhasteten, in der EU nicht abgestimmten, Atomausstieg und mit der konzeptions- und planlos eingeleiteten Energiewende erheblichen Schaden für die Volkswirtschaft und Klimabilanz Deutschlands angerichtet.

Friedrich Merz sagte im SPIEGEL sehr treffend, wir müssten uns fragen, „warum wir nach 14 Jahren Klimakanzlerin unsere Klimaziele verfehlen, Haushalte und Unternehmen mit den höchsten Strompreisen Europas belasten und zugleich die strategische und kulturelle Kontrolle über das Thema verloren haben.“

Wenn „Pillepalle“ aufhören soll, dann nicht mit dieser Kanzlerin.

Die liberal-konservativ orientierten CDU-Politiker und die Werteunion sollten sich durchsetzen und mit Friedrich Merz einen erfolgreichen Neustart werte-konservativer und konsequent an der sozialen Marktwirtschaft orientierter CDU-Politik wagen.

 

Hans-Heinrich Dieter wurde am 6. Mai 1947 in Darmstadt geboren. Nach Abitur in Göttingen trat er als Offiziersanwärter dem Fallschirmjägerbataillon 313 in Wildeshausen bei.
Er war unter anderem Befehlshaber und Kommandeur des 1. Deutschen Einsatzkontingents United Nations Peace Force (GECONUNPF) in Trogir/Kroatien, ab 1998 Kommandeur des Elite-Einheit der Bundeswehr „Kommando Spezialkräfte“ KSK in Calw und ab 2004 Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr und Inspekteur der Streitkräftebasis.
Generalleutnant a.D. Hans-Heinrich Dieter ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und diverser Einsatz- und Verdienstmedaillen.

Hans-Heinrich Dieter lebt seit seiner Pensionierung bei Bonn und versteht sich als liberal-konservativen Bürger, der sich mit Reisen, Reiten und der aktuellen Politik beschäftigt.

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2 Kommentare

  • Andreas Becker

    Hundertmal gelesen! Da hat ein Autor offenbar seinen Zettelkasten geleert, chronologisch geordnet und dann seinen – jeden neuen Gedanken entbehrenden -Text geschrieben. Schlimm ist seine Illusion, in der CDU könne es noch ernstzunehmende, relevante konservativ-liberale Kräfte geben. Mit dem konsequenten Opportunisten Friedrich Merz einen Neustart der CDU zu erwarten, ist lachhaft. Durch seine kampflose Demission aus seiner Fraktionsführerposition steht gerade Merz für die lendenlahme Führungselite der Kleinbürgerpartei: Nichts riskieren. Keine Grundsätze verteidigen. Im Zweifelsfalle immer zuerst an den eigenen Geldbeutel denken.

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