Lex Chebli II – oder: Befehlsausgabe an die Presse

Kommentar von: Ao Krippner [Tertium datur]

Vor Jahren las ich ein Buch von Andreas Eschbach: „Der letzte seiner Art“. Handlung:

„Der Letzte seiner Art“ ist ein Cyborg, ein Mensch namens Duane Fitzgerald, in dessen Körper in geheimen und zum Teil misslungenen Versuchen des US-Militärs, die perfekte Kampfmaschine zu kreieren, zahlreiche technische „Verbesserungen“ eingebaut wurden.“

Neulich schrieb ich über Chebli und dass sie unsensibel ihren Stil trotz mittlerweile großer Bedenken und massiver Kritik in ihrer eigenen Behörde weiter durchzieht. Obwohl sie ein Bindeglied zwischen Politik und Behörde qua ihres Amtes als Staatssekretärin sein sollte, erkennt man in ihrem öffentlichen Handeln den Roten Faden der politischen Agitation.

Erinnert man sich an dieser Stelle an den Rücktritt des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, so betonte dass dieser Rücktritt erfolge aus

„Respekt und Wahrhaftigkeit“
gegenüber der
„politischen Kultur unseres Landes“

Die „politische Kultur“ erlebt anscheinend in diesen Tagen eine „Kulturrevolution“ -> sie schafft zusehens sich ab.

Heute nun hat es mir in Sachen Chebli vollends die Sprache verschlagen, was selten vorkommt.

Irgendwie erinnerte mich das Verhalten von Chebli in den Social Media an diesen ferngesteuerten SPD-Cyborg. Emotionslos, also unbeeindruckt von den Reaktionen auf sie, jedoch emotionalisierend wie geradezu darauf programmiert, zieht Sawsan Chebli ihre Kampagnen durch. Nichts scheint ihr – Pardon – zu blöde zu sein. Keine Schublade und kein Klischee wird dabei ausgelassen.

Heute also entdecke ich einen Anpfiff Cheblis gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg bei Twitter, also gegenüber einer Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalt.

Diese und noch weitere Medien (siehe Screenshot) wurden von Chebli angesprochen, ihre Artikel, die auf der Grundlage von Polizei-Pressemeldungen entstanden waren, zu ändern.

Aber lesen Sie selbst, bitte.

Da greift also eine politische Beamtin unverschämt, öffentlich und ohne Bewusstsein dafür, was sie eigentlich hiermit tut, in die Berichterstattung der Medien ein, zensiert hiermit gleichermaßen die Einschätzung der Polizeibehörden, und drückt ihre Sprechart durch. Und der Rundfunksender? Der bedankt sich artig und meldet Vollzug: „Chebli, Du befiehlst, wir folgen Dir!“

Da weiß man eigentlich gar nicht, wohin mit dem eigenen Entsetzen. Und es kommen einem viele Gedanken dabei. Beispielsweise:

wie agierte Chebli während ihrer Zeit als stellvertretende Pressesprecherin des Auswärtigen Amtes?

Dieser Tweet kam so dreist und so selbstverständlich, wie auch die sofortige artige Reaktion wie einstudiert erfolgte, sodass zu fürchten steht: diese Anweisung entstand in „alter Tradition“ und in bewährter Gewohnheit.

Ich kann nur die Vorgesetzten von Chebli dazu auffordern, nun endlich ein Machtwort zu sprechen. „Es gibt ein Maß in dieser Sach'“, war der Titel meines vorangegangenen Artikels.

Das Maß ist nun eindeutig überschritten! Das sollte doch der letzte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Maos „Wallpapers“ während der Kulturrevolution waren Mantren, die wie mit Trichtern den Menschen ins Gehirn geschüttet wurden.

Die Mantren der Frau Chebli braucht in diesem Land niemand! Und schon gar nicht sollten die Chebli-Wallpapers ungefiltert, direkt und im Befehlston unmittelbar in die Berichterstattung der Presse einfließen.

Ich persönlich stehe auf unsere „Vierte Gewalt“. Und sie sollte sich ihrer Aufgabe und aber vor allem ihrer Unabhängigkeit als solche wieder bewusst werden und auf dieser bestehen.

O tempora, o mores!

Bezeichnend ist zudem, dass die Reaktionen auf Cheblis Tweet und auf die Aufforderung gegenüber dem RBB, den Text zu ändern, sich lediglich um die Begrifflichkeiten drehten, die Chebli geändert haben wollte. Keiner der User ging auf die Tatsache ein, dass Chebli öffentlich unbelegte Behauptungen (ihren Eindruck) in eine öffentliche Berichterstattung einarbeiten ließ.

Was also passiert als nächstes? Dass die Presse bereits im vorauseilenden Gehorsam gemäß den Wünschen einer Staatssekretärin berichtet?

 

Merke … Mein Axiom No. 13:

Nicht die Politik diszipliniert die Medien,

sondern die Medien disziplinieren

die Politik!

Durch eine unabhängige Berichterstattung und Kommentierung.

Verweis auf Artikel 5 Absatz 1 Satz 2 GG

Schlussbemerkung: und dies alles unternimmt also eine SPD-Staatssekretärin nur wenige Tagen nachdem Roland Tichy – Tichys Einblick per einstweiliger Verfügung untersagt wurde, die Finanzierung der Medienlandschaft durch Parteien (hier: SPD) zu veröffentlichen.

 

Reaktionen bei Twitter:

 

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