„Die Renaissance des Hexenhammers“ oder: Wenn die Sonne der Debattenkultur niedrig steht ….

„Die Renaissance des Hexenhammers“

oder:

Wenn die Sonne der Debattenkultur niedrig steht,
werfen Zwerginnen lange Schatten.

 

von: Ao Krippner & Andreas Dimarchos [Tertium datur]

Interviewreihe mit Dr. Michael D. – derzeit: Vereinigte Arabische Emirate

(Die Teile 1 bis 3 finden Sie in unserer Rubrik „Interviews“ – klick)

 

Der Teil 3 unserer Artikelserie löste in den „Sozialen Medien“ teils eine kontroverse Diskussion (was von uns sehr erwünscht ist), andernteils eine aggressive, diffamierende Reaktion aus. In jedem Fall freuen wir uns darüber, dass sich einige Tausend Leser für diesen Artikel interessierten.

Deshalb und vor allem wegen der teilweise verleumderischen Zuschreibungen ist es uns wichtig, an dieser Stelle und zu Beginn des vierten Teils der Interviewreihe unser Selbstverständnis mitzuteilen:
[Tertium datur] ist ein Bildungs-, Stil- und Identitätskolloquium. Es ist überparteilich, ungebunden und wertkonservativ.

Zitat aus unserem Leitbild:

„Für jeden Umbruch, ob individueller oder gesellschaftlicher Art, gilt, dass inhibitorische wie prohibitive Kräfte gleichsam zu berücksichtigen sind.

Insofern fragen wir uns, welche Inhalte, Formen und spezifische Themen auch zukünftig eine (wert-)konservative Haltung ausmachen könnten.
(…)

Die Suche nach geeigneten, normativen Antworten findet dabei unter der Prämisse gegenseitiger Achtung, Höflichkeit und Sachbezogenheit statt.

Nur eine von Respekt geleitete Haltung vermag solide Grundlage demokratischer Konsenspolitik und real- wie sachpolitischer Koalitionen zu sein.

Daher lehnen wir jegliche ideologische Vereinnahmung, bornierte »Reinheit« wie auch die Teilnahme an einer Aggressivitäts-Spirale ab, mittels derer Andersdenkende zum Feind, Verschwörer oder Kriminellen stigmatisiert werden und Gewalt als gerechtes Mittel oder »Kollateralschaden« gilt.

An Formeln wie »Alternativlosigkeit« oder »Ausweglosigkeit von Entscheidungen« manifestieren sich für uns »Blinde Flecke«, auf die mit Ironie, einem »sowohl als auch«, »weder noch«, dem Aufschub der Entscheidung durch Beobachtung oder mit der Wahl eines anderen Leit-Kriteriums reagiert werden kann.

Die dadurch erzielte Offenheit ist ein Kennzeichen der Freiheit und unterstreicht den liberal-konservativen Charakter des Kolloquiums.“

 

Wir möchten einige Reaktionen auf unseren letzten Interview-Artikel für sich selbst sprechen lassen.

Anmerkung: bei diesen Äußerungen handelt es sich um eine für die taz schreibende Internetaktivistin, die ihrem durch Twitter verfiziertes Klarnamen-Account kurzerhand den anonymisierten Namen unseres Interview-Partners „Dr. Michael D.“ verliehen hat. Es stellt sich natürlich die Frage an die taz, warum sie mit derart unseriös agierenden Mitarbeitern zusammenwirken möchte. Schließlich geht es auch mit dem, was wir in diesem Blog realisieren, im weitesten Sinne um Journalismus, sprich: Publikation im Internet.

Warum wir auch immer von taz-Kolumnisten mit einem Gerichtsverfahren bedroht werden, wenn wir unseren Interview-Partner – aus guten Gründen! (in Teil 1 nachlesbar) – anonymisieren, erschließt sich uns nicht. Solche Szenarien sind jedoch irritierend und entsprechen allem anderem als journalistischen Gepflogenheiten.

Es ist zudem völlig paradox, wenn Ao – als Frau – wegen dieser Artikelserie als „frauenfeindlich“ bezeichnet wird. Ebenso paradox ist es, wenn sich unser Interviewpartner, der seit vielen Jahren im arabischen Raum lebt und arbeitet, und unser Team, das aus Menschen verschiedenster Herkunft besteht, des „Rassismus“ bezichtigen lassen muss.

Wir haben aus den Reihen dieser Aktivistinnen alleine gestern ein enormes Potential an verbaler Gewalt beobachtet und erfahren. Selbst Pathologisierung, an Ao gerichtet, fehlte außerdem in diesem Reigen nicht.

Vorab: wir nehmen solche Äußerungen sehr ernst, deuten sie doch darauf hin, dass die Debattenkultur in diesem Land mächtig auf dem Holzweg ist, wie wir auch in diesem Artikel (klick Wood-Burger – „Politischer Stil auf dem Holzweg“) darstellten.

Tertium datur:

Wir haben seit gestern wieder einmal erfahren, dass Konservative per se als „Rechte“ und „Rassisten“ eingeordnet und damit „Extremen“ gleichgesetzt werden sowie unreflektiert und affektiv sofort negativ assoziiert werden. Unser Eindruck war, dass der Inhalt unserer Artikel gar nicht erfasst werden wollte. Das führte so weit, dass man Dir Deine Existenz absprechen wollte. Den Einblick, den Du uns durch Deine Erfahrungen im Orient und mit der Kultur und sozialen Strukturen vorort gewährst, möchte man offenkundig nicht wahrnehmen. Wie siehst Du das, Michael?

Dr. Michael D.:

Die Welt dieser aggressiven Gruppe – also dieser Agitatoren -unter den Migrantinnen, die eben von uns genau das einfordern, was ihnen ihre eigene Gesellschaft verweigert, lebt ja geradezu davon, diese Verweigerung weiterzureichen. Von daher ist das eher der weniger überraschende Punkt.

Was mich aber überrascht ist die Reaktion von Frauen und Männern unserer Gesellschaft. Nämlich, dass solche Reaktionsweisen, wie sie geschrieben wurden, also zum Beispiel diese kindlichen Reaktionen, so populär und akzeptiert sind.

Der gestrige Tag hat mir auch gezeigt, dass diese Kreise sehr auf sich selbst reflektiert und fixert sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies größere Kreise sind, die diesen Leuten folgen, auch wenn die Lautstärke, mit der sie auftreten, eine große Gruppe suggeriert.

Was jedoch als Kritik im Raum steht, ist, dass diese vereinfachten Darstellungen, Reaktionen und Positionierungen noch immer eine Bühne finden und Medien diese Stimmen zum geradezu ausschließlichen Maßstab machen. Man kann noch über die Inhalte, so denn welche da sind, diskutieren. Worüber es jedoch nichts zu diskutieren gibt, ist der fehlende Stil innerhalb dieser Positionen, die vorgebracht werden.

Wenn Journalisten und Moderatoren sich so etwas antun wollen: bitte. Aber ohne mich als Publikum, bitte.

Tertium datur – Andreas:

Du sprichst den Stil an, Michael. Natürlich ist dieser höchst radikal und aggressiv. Keine Frage. Wir haben selbst so viele „Idioten“, wenn jetzt noch womöglich schwer integrierbare Idioten aus anderen Kulturkreisen kommen, dann wird das Chaos-Potenzial womöglich viel zu hoch. Und Idiot scheint mir das richtige Wort, ist doch deridiotes“ der Privatmann, der sich nicht um die Dinge der Allgemeinheit kümmert. Also nicht integriert. Nichts beiträgt, kein »Kulturträger« ist, wie es Gottfried Benn nennt. Aber eben auch kein Künstler, der für Benn das Gegenwort zum Kulturträger ist. Sondern ein Akkulturträger, ein Faktor eines weltweiten Anpassungsprozesses aller Kulturen. 

Dr. Michael D:

Unter solchen Voraussetzungen braucht man eigentlich gar nicht zu diskutieren. Und solange das der Stil in Deutschland ist, und solange das sogar Eingang findet in Bereiche, auf die man sich eigentlich verlassen muss, dass es wirklich objektiv zugeht und nach „anständigen“ Regeln, wird es schlimm. Damit ist die Meinungsfreiheit wirklich gefährdet.

Meiner Meinung nach haben diese Leute durch ihre Lautstärke und Aggression viel zu viel Gewicht in der öffentlichen Wahrnehmung. Man sieht täglich, wie die Waage immer weiter umschlägt in diese Richtung. Mittlerweile ist es schon mehr als ein Vorteil, zu dieser Krakelergruppe zu gehören.

Tertium datur – Ao:

Ich las gestern von o.g. „Journalistin“, dass sie aufgrund unseres Artikels dazu aufforderte, noch lauter zu werden. „Besetzt die Straßen, sie gehören auch Euch!“, ließ sie ihre Fangemeinde wissen.

Dr. Michael D.:

Dieser Stil ermöglicht ja keinerlei Austausch. Diskussion wäre schön, aber diese laut hinausposaunten Monologe aus dieser Gruppe ermöglichen nicht den Ansatz einer  Debatte. Sinnführend ist daran gar nichts mehr.

Was da betrieben wird, also das, was wir da gestern erlebt haben, wie diese Gruppe wie eine „Weltpolizei“ mit höchsten Genuss auf moralischer Ebene agiert, empfinde ich als äußerst militant. Die Gesellschaft wäre schon auf den Hund gekommen, wenn wir solche Leuten dazu brauchen würden, um wirklich „Gefährliches“ aus unserer Gesellschaft fernzuhalten. Was wir schon gar nicht brauchen, ist, dass sich solche Leute aufschwingen zu Richtern und Henkern in einem.

Wer nicht ins Weltbild passt und die verquaste Pseudo-Argumentation, die diese Gruppe an den Tag legt, anerkennt, der ist sofort zu liquidieren im Sinne von: hinzurichten. Das Ganze ist zudem dermaßen inflationär, sodass Begriffe entwertet und inhaltslos werden.

Ich finde es unglaublich verhöhnend, wenn mit diesen Begrifflichkeiten, die man auf die Nazi-Zeit anwenden müsste, so sinnentleert um sich geworfen wird.

 

Tertium datur – Ao:

Mit kommt es so vor, als Inszentierten diese Frauen die Renaissance des Hexenhammers. Frauenrechtlerinnen aus „meiner Zeit“ würden dieses Agieren tatsächlich „männlichen Strukturen“ zuordnen.

Gehen wir zurück zu Migrantinnen, die mir als Frau vor allem mit diesem Auftreten auffallen – im Schulterschluss mit ebenso agierenden Frauen aus unserem Kulturraum: siehst Du einen Zusammenhang mit der Herkunft?

(Anmerkung: ich wurde gestern des „Otherns“ bezichtigt. Diese Sprachcodes finde ich zwar sehr lustig an sich, da es mir sehr hilflos vorkommt, wenn man diese Umschreibungen wählt. Aber diese Frauen stellen ja gerade mit Nachdruck ihren Migrationshintergrund heraus!)

Tertium datur – Andreas:

Vielleicht darf ich mal Michaels Antwort vorgreifen.

Nach meinem Dafürhalten könnte das auch eine Art »nachholender Widerstand« sein, der sich durch eigene Erfahrungen (wenn auch in völlig anderen Kontexten) nährt und sich damit folgerichtig moralisch als absolut gerechtfertigt wahrnimmt.

Du sagtest bereits in unserem Vorgespräch: Dauer-Mobbing-Opfer.

Tertium datur – Ao:

Ja, das ist es, was ich wahrnehme: diese Frauen stellen sich als Dauerverfolgte, Diskriminierte, Ausgegrenzte, ja, als Mobbingopfer einer ganzen deutschen Gesellschaft dar.

Tertium datur – Andreas:

Vielleicht sogar mit einer Variante des Stockholm-Symptoms, in dem das Verhalten der Peiniger in gewisser Weise kopiert wird. Ich spreche hierbei von ihren Peinigern aus ihrem Herkunftskulturkeis: also Väter, Brüder, männlich-restriktive Strukturen. Entzug von Rechten als Frau. Aber gleichzeitig wird wiederum die Distanz zum Peiniger als unüberbrückbar wahrgenommen.

Dabei wird nicht die Beziehungsstruktur analysiert, zwischen Opfer und Täter, sondern die Distanz und auch die Dichotomie immer wieder erneut hergestellt und damit die Rollen wie auch der Unterschied bestätigt.

Durch »seltsame Schleifen« der Identitätsherstellung, die umso krasser nach außen dargestellt werden müssen, je fragiler die Identität dieser Frauen innen ist.

Tertium datur – Ao:

Vielleicht treffen sich ja an dieser Stelle ihre Biografien und die ihrer deutschen „Kampfesgenossinnen“ (um nicht den Begriff „Krieg“ zu verwenden)?

Tertium datur – Andreas:

Gerade bei Frauen aus einem anderen Kulturkreis, die vormals womöglich nur die geborgte Identität des »Kind des Vaters xy«, »Frau des yz« hatten, mangelt es vielleicht an wirklich sicherer Identität und Selbstwertgefühl.

Insofern ist die behauptete Eindeutigkeit vielleicht auch der gewünschte Ausdruck einer immensen Zerrissenheit. Umso wichtiger ist es, die Umwelt »klar zu strukturieren« und einzuschätzen. Und das funktioniert durch den Export des erlernten Unterschieds, der sich bereits epigenetisch verfestigt hat. Nämlich durch die sich nun umkehrende Identitätsschleife von »Mann=Herr; Frau=Sklave«.

Der Unterschied wird dabei mit der selben Intensität immer wieder hergestellt, wie sie für den Sozialisations-Raum typisch ist. Das Ergebnis ist ein Rollentausch, ohne Änderung der Beziehungsstruktur. Ohne Vielfalt. Ohne Auflösung »ungesunder Schleifen« etc. So erkläre ich mir das. Deshalb erscheint Dir das Ganze auch so sehr „männlich gewalttätig“, Ao.

Tertium datur – Ao:

Ich möchte an dieser Stelle etwas mir Wichtiges einfügen: ich spreche hier als Frau und ich weiß nicht, ob Ihr das als Männer nachvollziehen könnt.

Das, was sich meine Frauengeneration erarbeitet hat, und dieses Feld, das wir eingenommen haben – zu allen Themen der Gleichberechtigung und der Befreiung – wird durch den Stil, die Protagonistinnen und das diffamierende, vulgäre und gewaltbereite Auftreten dieser Protagonistinnen des Neofeminismus demontiert, stigmatisiert und am Ende zerstört.

Das ist es, was mir vor allem auffällt. Dieses Feld, das über Jahre aufgebaut wurde, wird mit Destruktion überzogen.

Widerspreche ich diesen Vertreterinnen dieses verbal gewalttätigen Neofeminismus, bin ich die „weiße Frau“, die die Schnauze zu halten hat. Ich bin „frauenfeindlich“ oder, im schlimmsten Fall – wie mir gestern wiederholt gesagt wurde -, eine „Stiefelleckerin“.

Welche Stiefel ich da angeblich lecke, wird dabei nicht konkretisiert. Ich denke, diese Frauen sprechen von den Stiefeln der Männer, die sie seit Jahrhunderten auf dieselbe Art treten. Das ist eine Übertragungssache, die da stattfindet.

Frauen meiner Generation sitzen auf einem Stuhl: auf ihrem eigenen. Und nicht zwischen den Stühlen. Wir Frauen sitzen am Tisch mit den Männern unserer Gesellschaft.
Ich werde sicherlich nicht diesen Platz räumen. Und viele meiner Geschlechtsgenossinnen auch nicht. Wir lassen uns kein Pflaster von Frauen auf den Mund kleben, die ihre Selbstheiligungsprozesse auf ungute Art und Weise auf dem Rücken unserer Gesellschaft ausleben möchten, nur, weil sie sich noch immer nicht gegenüber den Männern ihrer eigenen Community emanzipieren können und deren Spielchen artig mitspielen und nicht wirklich zu einem gedeihlichen Miteinander gelangen.

Es ist eine Schonhaltung, die sie einnehmen, und sie kuschen noch immer so, wie sie es gelernt haben. Die Wut darüber trifft Frauen und Männer, die damit nicht im Geringsten zu tun haben. Diese trifft ebenso Migrantinnen, die hier schon lange leben und die sich in diese Gesellschaft gewinnbringend und konstruktiv einbringen. Ich merke an: das sind die Meisten, die dies tun!

Wie wir im letzten Artikel anmerkten: diese Aggression, die von diesen „Aktivistinnen“ zutage tritt, befördert die Fremdenfeindlichkeit und den Hang zur Pauschalisierung. Einfach, weil diese Gruppe außerordentlich laut und präpotent auftritt. 

Tertium datur:
Im Moment läuft der Mordprozess gegen einen 22jährigen Iraker. Die Brutalität der Vergewaltigung und die Details zum Mord an der 14jährigen (!) Susanna schildert der Focus hier: klick.

Der Focus zitiert den Angeklagten:
„Eine Frau darf nicht arbeiten. Sie soll putzen und kochen. Sie darf keinen Kontakt mit anderen Männern haben.“

Dieses Statement des Irakers deckt sich mit dem, was Du in den ersten Teilen unseres Interview schildertest, Michael.

An und für sich müssten die Feminismus-Aktivistinnen gestern und heute Sturm gelaufen sein. Aus dieser Ecke vernimmt man in den Social Media aber keinen Ton. Woran liegt das?

Dr. Michael D.:

Ja, woran liegt das wohl? Es liegt daran, dass man sich etwas hinbiegt wie man es braucht und nicht so darstellt, wie es ist. So einfach ist das beantwortet.

Das Weltbild, das dahinterliegt, ist: alles, was von außen kommt, ist gut. Grundsätzlich. Es wird nicht objektiv und distanziert betrachtet, sondern es wird ein Wunschbild mitgenommen. Das ist genauso schlecht wie Vorurteile z.B. wegen der Herkunft und der Hautfarbe etc. Beides gibt es eben nicht.

Jeder Mensch ist zuerst mal indivuduell zu betrachten. Aber es gibt auch kulturelle Besonderheiten. Und manche „kulturellen Besonderheiten“, gerade, was z.B. das Frauenbild angeht, sind eben so einschlägig, sodass sie statistisch bemerkbar sind.

Das hat nichts mit Rassismus zu tun, das so zu sagen. Es ist eine Feststellung.

Sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen ist auch einer bestimmten Klientel zuzuschreiben. Dein Focus-Zitat zeigt das doch.

Und wenn sich niemand aus der Ecke des Feminismus oder dieser Migrantinnen-Feministinnen dazu äußert, wird es nur noch lächerlich und aber auch gefährlich.

Es wird gegen Nichtigkeiten angebrüllt. Man schafft es aber nicht, über diese Problematik zu debattieren. Es ist keine Bagetelle mehr, was da abgeht.

Tertium datur:

Ab wann wird es Deiner Ansicht nach kritisch, darauf hinzuweisen?

Dr. Michael D.:

Es wird dann kritisch, wenn man sich selbst überhöht. Wenn man darauf hinweist, dass verschiedene „kulturelle Eigenarten“ mitgebracht werden und sie dann pauschal jedem Individuum zuweist. Kritisch ist es in meinem Augen nicht, wenn man auf diese kulturellen Unterschiede hinweist, zumal dann nicht, wenn sie in unserer Gesellschaft zu einem echten Problem werden.

Ich sprach gerade von diesem Wunschbild: wenn man sich partout nicht eingestehen mag, dass man nicht von tatsächlichen Verhältnissen spricht, sondern von diesem Ideal, das leider nicht der Realität entspricht, dann ist das eine glatte Verweigerung, das Falschsein der eigenen Vorstellungen einzugestehen.

Diese Leute stellen sich auf einen „Moral Highground“, das heißt: sie nehmen in Anspruch, dass sie alleine wüssten, wie man die Welt besser machte bzw. nur sie könnten erkennen, dass sie bereits besser ist, wenn da nicht die wären, die sagen: Moment, da gibt es aber ein riesiges Problem!

Tertium datur – Ao:

Bis vor Kurzem war es mir herzlich egal, woher jemand komt. Also darauf lag nicht mein Augenmerk, sondern mir war wichtig, wie wir miteinander interagieren. Erst nachrangig wollte ich dann, um den Menschen in seiner Gesamtheit zu erfassen, etwas über seine Herkunft wissen.

Nun sehe ich jedoch, dass es gerade diesen sich so laut äußernden Migrantinnen aus einem bestimmten Kulturkreis so überaus wichtig erscheint, ihre Herkunft zu betonen. Jüngst beispielsweise Chebli, die sich allen Ernstes als Palästinenserin bezeichnete. Wohlgemerkt: eine Staatssekretärin!

Geht es eigentlich noch paradoxer? Gehe ich jedoch genau darauf ein, ist das hochwillkommen, um mich eine Rassistin zu nennen, die angeblich die Herkunft des Gegenübers betonen muss und schon alleine deshalb diskriminiere.

Dr. Michael D.:

Ja, das ist halt auch wieder das Problem mit dem vorgefertigten Weltbild. Da wird alles so hingebogen, wie man es ideologisch gerade so braucht. Es ist beliebig umkehrbar, wie man es braucht.

Es ist diesen Leuten doch egal, wie paradox das daherkommt.

Während ein Mann Chebli ein Kompliment macht, ist er gleich ein „sexistischer alter weißer Mann“ oder Chauvinist. Wird ein Asylbewerber mehrfach wegen sexueller Nötigung verurteilt, heißen ihn dann Leute wie Göring-Eckhardt – tagesaktuell bei Twitter passiert – in der Partei der Grünen öffentlich willkommen. Da ist dann von Feminismus bzw. Sexismus nicht mehr die Rede.

Diese Widersprüche sind doch sichtbar: diese Leute scheitern an ihren eigenen moralischen Ansprüchen krachend!

Ein Topos dieser „einschlägigen“ Gesellschaft ist dann doch: für das eigene Blabla wird nicht mal Verantwortung übernommen. Weder in die eine, noch in die andere Richtung.

Mir ist es wichtig, grundsätzlich zu sagen: schau Dir doch mal den Menschen genau an, wer das ist. Ich werde immer dazu aufrufen, nicht auf die Straße zu gehen, um allgemein gegen bestimmte Menschengruppen Parolen zu brüllen.
Einem reifen Menschen ist dies nicht zueigen.
Damit tritt man „Dinge los“.

Mein Job mit diesem Interview ist es zu warnen und zu sagen:
denkt doch einfach einmal nach und denkt und entscheidet politisch! Das wäre meine Botschaft.

Entscheidet politisch, was Ihr haben wollt. Und entscheidet auf der Basis von Fakten und von Wissen und nicht auf der Grundlage von individuell oder ideologisch jeweils gewolltem oder dahingehen, was gerade in Eure Kampagnen passt. Das gilt für alle politischen Parteien und deren Anhänger!

Die Leute müssen im Rahmen unserer Verfassung demokratisch entscheiden, wo es entlanggehen soll. Durch entsprechendes persönliches Positonieren, so wie wir es hier mit diesem Interview machen, steht man für sich und seine eigene Haltung ein. Unabhängig davon, was eine Partei oder die Medien sagen.

Tertium datur – Ao:

Das war unser Impuls, diesen Blog zu beginnen. Es ist unsere deutliche Distanzierung zum Beispiel auch von der Art und Weise, wie die „Alternative für Deutschland“ diese Problematik für sich nutzt und regelrecht vermarktet.

Wir haben das bereits in mehreren Artikeln kritisch dargestellt. Uns geht es darum, Menschen zu erreichen, die sich nicht vereinnahmen lassen. Von niemandem. 

Wir halten es ebenso wie Du für schädlich, was da gerade passiert. Wir denken, die AfD ist dafür mitverantwortlich, dass die Probleme mehr und mehr negiert werden, weil sie die Problematik insgesamt durch Stil, Art und auch Kommunikationsstrategien sowie die Personalie, die sie in den Reihen vorwiegend (!) führt, regelrecht stigmatisiert.

Wir erkennen in dieser Partei keinerlei Anzeichen von Konservativismus.

Menschen wie wir, die den Dingen auf den Grund gehen möchten und unaufgeregt die Problemfelder auf den Tisch legen können, möchten mit diesem Blog auch wieder das Angebot machen, dass Leute, die wie wir denken und die noch immer mehr Fragen als Antworten haben, wieder in den Austausch gehen können. Unberührt davon, was irgendeine Partei sagt und mit welchem Thema sie wofür auch immer Menschen instrumentalisiert.

Dr. Michael D.:

Ich sehe das wie Ihr. Deshalb bin ich ja bereit, als „liberaler“, also freiheitlich denkender  Wertekonservativer – wenn man sich schon ein Label geben muss – mit Euch hier in Erscheinung zu treten.

Genauso, wie ich mich sehr klar distanziere von diesen aggressiven Wunschbild-Zeichnerinnen, die wir hier in diesen Artikeln behandelt haben, genauso distanziere ich mich von dieser sogenannten „Alternative für Deutschland“. Wobei ich mich nicht in diesem Sinne distanziere, sondern schlicht und ergreifend nicht vereinnahmt werden möchte. Ich stehe für mich und meine Gedanken, die auf meiner Erfahrung beruhen.

Es ist unglaublich wichtig, dass sich diese Menschen, die gestrickt sind wie wir, tatsächlich als ein Teil dieser Gesellschaft explizit herausschälen und sichtbar werden.

Mir ist es egal, wenn Teile aus dem Anhängerlager der AfD oder anderer rechter Organisationen diesen Artikeln Beifall spenden. Ich lehne ja letztlich diese Menschen nicht ab, sondern fordere auch sie mit dem von mir Geäußerten heraus, sich wieder an den Debatten zu beteiligten.

Mir geht es um die Sache. Mir ist vollkommen egal, ob wir Beifall oder Widerstand erzeugen. Mich persönlich freut jedoch jeder, der sich individuell mir und Euch gegenüber äußert: kritisch, zustimmend, ergänzend, … wie auch immer.

Es ist nunmal Fakt für mich: die AfD könnte man doch mal einfach Leute wie mich fragen, der ich viele Jahre in der arabischen Welt verbracht habe. Ich müsste dann sagen: Ihr von der AfD redet auf dieselbe Art und Weise, wie es die Linken tun, einfach nur ideologischen und emotionalisierenden Mist zur Selbstvermarktung daher. Erzählt mir doch nicht, dass Ihr Politik machen möchtet auf diese Weise.

Tertium datur:

Abschließend merken wir genau an dieser Stelle an, dass heute versucht wurde, Ao massiv bei Twitter einzuschüchtern. Siehe Tweet:

Deshalb wird das Ende unseres Teil 4 der Artikelserie dafür genutzt, um deutlichst zu sagen: jedem dieser Einschüchterungsversuche wird zukünftig mit einer Gegenanzeige  begegnet werden. Hier in diesem Fall: Falsche Verdächtigung gem § 164 StGB.

Wir setzen die Artikelserie unbeeindruckt von diesen Drohnungen mit Teil 5 fort.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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