Wer die Wahrheit beansprucht … Das Wahrheitsministerium Correctiv.org

Um möglichst viele Blickwinkel auf unserem Blog darstellen zu können, freuen wir uns darüber, die Perspektiven unserer Gastautoren zu veröffentlichen. Diese müssen nicht mit der Haltung von [Tertium datur] übereinstimmen.

Das Wahrheitsministerium Correctiv.org

Wer die Wahrheit beansprucht

Gastbeitrag

Das Wahrheitsministerium Correctiv.org

Wer die Wahrheit beansprucht

Von Jochen Mitschka

Am 26. Mai erhielt ich eine Mitteilung auf Facebook, dass eine Meldung, über die ich berichtet hatte, als „Fake-News“ erkannt worden wäre. Einem anderen Nutzer, der die Mitteilung weiter geleitet hatte, wurden weitergehende Maßnahmen angedroht. Es ging um eine Diskussion auf Tertium-datur ([1]) über den Vlogger Rezo, der mit seinem Video über „die Zerstörung der CDU“ Aufmerksamkeit erregt hatte.

In dem Artikel wurde die These aufgestellt, dass es sich um Influence Marketing handeln würde, da dies offensichtlich der Hauptberuf des Darstellers Rezo wäre. Hinter Rezo stehe Tube One Networks, und die wiederum gehören zum Medienkonzern Ströer, der wiederum auch die T-online gekauft hat, einem Medium, welches besonders eifrig bei der Verbreitung des Videos half, wie ein anderer Blogger mitteilte (Klick: Danisch.de).

In den Kommentaren zu dem Artikel von tertium-datur wurde dann heftig die These diskutiert, und auch eine Vermutung geäußert, dass es seltsam wäre, dass Rezo zwar Kriegsbeteiligungen bemängelte, aber am Schluss indirekt eine Wahlempfehlung für die Partei die Grünen abgab, die bekanntermaßen besonders gerne an „humanitären“ Kriegen teilnehmen würde).

Was war passiert: Blogger hatten die Hintergründe von Rezo und seinem Beratungsunternehmen oder Auftraggeber, so genau ist mir das Verhältnis nicht bekannt, ausgerollt und hinterleuchtet. Daraus resultierte die Behauptung:

es handelt sich gar nicht um einen Vlogger, sondern um ein professionelles Unternehmen, das mit der Überschrift ‚Der Zerfall der CDU‘ astreine Themen der Grünen transportiert und damit ein Wahlkampfvideo reinsten Wassers für diese Partei platziert. OHNE dies natürlich als solches zu kennzeichnen.

Daraufhin wurde der Artikel von Correctiv.org in einer Warnung an einen Facebook-Nutzer wie folgt bezeichnet:

„Von XXXXX geteilte Inhalte eingestuft als: Gemischt. XXXX hat Inhalte geteilt, die von Correctiv überprüft wurden.

[Angabe des Links] Weitere Bewertungen – Correctiv Faktenprüfer – Keine Belege, dass die Grünen das Rezo-Video in Auftrag gegeben haben.

Mehr dazu, wie die Überprüfung von Fakten auf Facebook funtkioniert. (…) Um gegen Falschmedlungen vorzugehen, dämmt Facebook die Verbreitung von irreführenden Inhalten ein. Nutzern stehen zusätzliche Meldefunktionen für alle Inhalte zur Verfügung, die als potentiell falsch gekennzeichnet sind. Seiten und Websites, die wiederholt irreführende Inhalte posten oder teilen, werden nur noch eingeschränkt ausgeliefert. Darüber hinaus (…)“ 

 

Es wurde somit der Eindruck vermittelt, als ob der Artikel Fake-News wäre, … da die Partei „Die Grünen“ dementiert hätten, das Video in Auftrag gegeben zu haben. Aber die Bewertung am Ende des Artikels lautet vorsichtshalber anders: „Die Webseiten liefern keine Belege für die Verdächtigung, das Rezo-Video sei eine Kampagne für die Grünen. Die Grünen dementieren, das Video in Auftrag gegeben zu haben.“

Der Frage, ob ein Video, das ganz klar eine Wahlempfehlung enthält, und dessen Impressum ein Unternehmen ausweist, das professionelle Werbung betreibt, nicht gegen verdeckte Wahlwerbung verstößt, wurde nicht nachgegangen, ebenso wenig wurde die Frage untersucht, ob ein Video, das eine individuelle Meinung darstellen sollte, aber von einer professionellen, auf Internet-Werbung spezialisierten Firma verbreitet wird, die Voraussetzung für Fake-News erfüllt.

Correctiv greift eindeutig in die Klärung einer These ein

Mit diesem Einwurf greift Correctiv ganz eindeutig ein in die Klärung einer These, indem sie die aufgeworfene These indirekt zu Fake-News erklärt. Und Fake-News, das wissen wir, darf nicht weiter diskutiert werden. Hätte Correctiv eine Gegendarstellung der Partei „Die Grünen“ veröffentlicht, wäre das durchaus angemessen gewesen. Aber quasi von Amt wegen die Diskussion zu beenden, ist der deutliche Versuch des Eingriffs in die Meinungs- und Pressefreiheit.

Journalismus und Journalismuskritik aus einer Hand?

Ich wurde neugierig und begann mir unter „Aktuelle Artikel“ die letzten 10 Meldungen auf der Internetseite von correctiv.org anzuschauen.

Der erste Artikel mit dem Titel Milliardenverluste zum Frühstück“ war ein sachlicher Bericht über Umsatzsteuerbetrug in der EU beziehungsweise Europa. Jedoch verschloss sich mir der Grund für einen Faktencheck, und ein solcher wurde in dem Artikel auch nicht durchgeführt. Also war ich wohl im falschen Kapitel. Hier arbeitete ein journalistisches Medium, das im Wettbewerb zu anderen Medien steht. Was mich überraschte, denn die Vermischung von eigener journalistischen Produkten und der Kontrolle von Konkurrenten erscheint mir etwas seltsam. Ich fand dann die Abteilung „Faktencheck“ und schaute mir also nun hier die letzten Einträge an.

Fake-News 1

Der erste Artikel mit dem Titel „‘AfD-Stimmen mussten weg‘? Keine Belege für angeblichen Wahlbetrug in Welden“ behandelt Berichte über angebliche Wahlfälschungen. Der Bericht ist neutral und beschreibt Aussage und Gegenaussage. Das Fazit ist durchaus nachvollziehbar: „Unbelegt. Das Foto ist offenbar echt, doch es gibt keine Belege dafür, dass der Fall sich so zugetragen hat wie ‚Ein Prozent‘ behauptet; die zuständige Kreiswahlleiterin widerspricht der Darstellung.“

Fake-News 2

Der zweite Artikel trägt den Titel „Wahlsoftware in Deutschland vor EU-Wahl: Intransparent, unkontrolliert – und möglicherweise manipulierbar“.  Der Artikel ist gut recherchiert und beleuchtet das Thema Wahlsoftware aus verschiedenen Blickwinkeln in professioneller und neutraler Art. Der Autor kommt zu dem Fazit, dass Wahlsoftware durchaus zu Problemen führen könnte, zum Beispiel wenn sie gehackt würde. Nur fehlt am Ende der Hinweis, was denn nun darin der Faktencheck wäre, d.h. wer etwas behauptet hätte, was stimmt oder nicht. Es war ein journalistischer Beitrag, der meiner Meinung nach in die Sparte Aktuelle Artikel gehört hätte.

Fake-News 3

Schauen wir uns den dritten Artikel an. „Der Verbreiter: ‚Journalistenwatch‘ desinformiert mit Geld und Geschichten aus den USA“. Um nachzuweisen, dass der Titel gerechtfertigt ist, schreiben die Autoren, „wohlwollend wird hier über die AfD berichtet“. Außerdem würden „rechte Narrative wie das der ‚Umvolkung‘“ gestärkt. Dabei wird auf einen Bericht in Journalistenwatch verlinkt, der behauptet, dass Paris keine europäische Stadt mehr wäre. Correctiv geht aber nicht darauf ein, wo genau die Fake-News versteckt ist. Sind die genannten Zahlen falsch? Bei der Suche nach dem Begriff „Umvolkung“ in dem bemängelten Artikel findet sich der Satz:

„In Rede steht ein Prozess, der selbstredend nichts mit einer Umvolkung oder dem sogenannten Grand Remplacement oder anderen Ludermären weißer Rassisten zu tun hat, sondern nur ein Kommen und Gehen bzw. ein für-immer-Weggehen und verstetigtes Neuankommen ist, wie es in Metropolen seit jeher stattfindet und wie es schon vor mehr als zwei Jahrtausenden der Pythagoräer Nigidius Figulus im doppelgesichtigen altrömische Gott Ianus weltgesetzhaft symbolisiert fand.“

In einem anderen Kapitel findet man Hinweise darauf, dass der Autor sich offensichtlich von dunkelhäutigen, nicht arbeitenden Menschen belästigt fühlt, aber von sich behauptet, kein Rassist, sondern ein Kulturchauvinist zu sein. Im Prinzip ist dies ein Meinungsartikel, der nicht meinem Geschmack entspricht, aber in einer Demokratie durchaus ertragen werden muss.

Als nächster Grund, warum es sich um Desinformation handeln würde, wurde die Behauptung eines Staatsstreiches durch Video in Österreich angeführt. Verlinkt wird auf den entsprechenden Bericht in Journalistenwatch. Dieser bemängelte Artikel enthält einen Schlusssatz, der geschmacklos behauptete, dass Kevin Kühnert seine Großmutter auf einem islamischen Sklavenmarkt verkaufen würde „um den Sozialismus in Deutschland wieder einzuführen“. Aber der allergrößte Rest des Artikels sind Zitate, die nachweisen sollen, dass politisch linke Gruppen versuchen, Kanzler Kurz zu stürzen. Dies einen „Staatstreich“ zu nennen, ist zweifellos übertrieben. Aber gehört so etwas seit der BILD nicht zum normalen Boulevardstandard?

Der nächste Grund, warum Desinformation betrieben würde, wäre die Tatsache, dass Martin Sellner, Österreichs  Vorsitzender der „Identitären Bewegung“, von einer „neuen, brutalen Phase der Zersetzung“ schreiben würde. Ich schaute mir den verlinkten Bericht an. Es handelt sich um eine Analyse der Krise der Rechten  Österreichs. Sellner vergleicht Zitate aus Stasi Papieren mit Äußerungen der aktuellen Politik, mit der gegen rechte Strömungen in Österreich vorgegangen wird. Der Artikel hilft sicherlich, das Denken rechter Kräfte wie Sellner zu verstehen, aber ich fand keine Hinweise auf „Fake-News“ darin, keine Hinweise, die eindeutig als falsche Aussagen gekennzeichnet werden müssten. Und das tat Correctiv wohl auch nicht..

Also bisher konnte ich lediglich feststellen, dass die Autoren sich offensichtlich an der Rechtsorientierung von Journalistenwatch störten, denn in den genannten Links waren keine „Fake-News“ zu erkennen.

Nun erklärt Correctiv.org: „immer wieder finden sich Falschmeldungen auf der Seite – einige von ihnen hat Correctiv bereits in Faktenchecks widerlegt“. Der Link führt dann auf das Stichwort „Journalistenwatch“ und zeigt die bei Correctiv erfolgten Veröffentlichungen zu tatsächlichen oder angeblichen Falschmeldungen von Journalistenwatch. Aber, oh Wunder, schon der erste Artikel, der erscheint, hat nichts mit Journalistenwatch zu tun. Es ist der Artikel über das Rezo-Video (siehe ganz oben). Der zweite Artikel erklärte, dass Journalistenwatch der Verbreiter von Falschmeldungen für das Gatestone Institute wäre. Aber auch in diesem Artikel wird nicht nachgewiesen, dass Falschmeldungen verbreitet wurden, sondern lediglich, dass einseitige rechte Sichtweisen verbreitet werden.

Was ich hier sehe, ist kein Faktencheck, sondern ein Gesinnungscheck!

Fake-News 4

Der US-amerikanische Think-Tank ‚Gatestone Instituteverfolgt eine islamfeindliche Agenda und schafft eine Basis für europaweite Desinformation. Sie wird auch von deutschen Webseiten verbreitet.“ So beginnt der Artikel. Dann wird ausführlich über Kontakte und politische Hintergründe in der rechten Szene berichtet. Auch hier gibt es nur einen einzigen versuchten Nachweis von Fake-News, neben Hinweis auf Partnerorganisationen in anderen Ländern. In dem langen Artikel findet sich also folgender Hinweis als Nachweis für Fake-News:

Es ging um einen Bericht, nach dem angeblich 500 Kirchen in London geschlossen worden wären, aber 423 neue Moscheen geöffnet hätten. In Deutschland übernahmen Epoch Times und Unzensuriert die Meldung. Die US-Faktenchecker von Snopes bewerteten die Geschichte 2018 als irreführend, weil die Datengrundlage unsauber recherchiert sei.“ Die Zahlen wurden nicht korrigiert, es wurde keine definitive Angabe gemacht, wie weit die Daten auseinanderliegen. Und dieses Maß angewandt auf Qualitätsmedien, so meine eigene Erfahrung, würde sicher jeden Tag eine Nachricht als „Fake-News“ erscheinen lassen.

Auch hier geht es nicht um nachgewiesene Falschinformationen, sondern um den Nachweis der Verbindungen zu rechten politischen Gruppen. Deshalb ist auch dies ist kein Faktencheck, sondern ein Gesinnungscheck!

Fake-News 5

Beim fünften „Faktencheck“ geht es wieder um das besagte „Middle East Forum“, das „die Europäische Rechte finanziert“, wie der Titel schon verrät. Auch hier sucht man vergeblich nach Prüfungen von Nachrichten, in denen falsche Angaben gemacht wurden. Vielmehr handelt es sich um die Kritik rechter Ansichten, welche sich gegen eine, wie Correctiv wertend schreibt: „angebliche Islamisierung“ wendet. Ohne aber aber „angeblich“ mit Fakten zu unterlegen. Da beide Meinungen, also die einer Islamisierung und die einer angeblichen Islamisierung wertende Meinungen sind, erhebt sich hier deutlich eine Meinung als Wahrheit über eine andere.

Also auch hier, meiner Meinung nach kein Faktencheck, sondern, man errät es, eine politische Bewertung.

Fazit:

Wir sind in Deutschland am einem gefährlichen Punkt angekommen

Ich mochte nicht weiterlesen. Denn als linksliberal orientierter Mensch mochte ich nicht weiter die verlinkten rechten Quellen lesen, und andererseits meinen liberalen Grundsätzen widerstrebenden „Faktencheck“, der aus politischen Bewertungen besteht.

Wenn das Verfassen von rechten journalistischen Beiträgen, und die Finanzierung von diesen, in Deutschland als „Fake-News“ bezeichnet wird, dann finde ich, dass wir an einem gefährlichen Punkt angekommen sind.

Correctiv ist nach meiner persönlichen Meinung kein legitimer „Faktenchecker“ für journalistische Beiträge. Dies aus zwei Gründen:

  1. Correctiv bietet selbst journalistische Beiträge an, was für ein „Medienkorrektiv“ illegitim ist.
  2. Correctiv ist eindeutig nicht neutral und bezeichnet Meinungen im rechten Meinungsspektrum als zu beanstanden.

Was ich beim Überfliegen von anderen Artikeln auch feststellte, war eine offensichtliche Russophobie. So wurde in einem Artikel erklärt, dass man bei Russia Today keine Falschmeldung gefunden hätte, suggerierend, dass ansonsten dort wohl ständig welche veröffentlicht würden. Ansonsten gibt es beim Querlesen einige Korrekturen, die sinnvoll erschienen, die aber von kritischen Internetnutzern in jedem Fall kritisch beurteilt werden würden. Insofern besteht sogar die Gefahr, dass durch die Arbeit von solchen „Faktencheckern“ nicht bemängelte Beiträge in Zukunft als zutreffend angenommen werden, weil sich Internetnutzer auf die Arbeit verlassen.

Was ich aber insbesondere vermisste, war die Überprüfung von Nachrichten in BILD, Focus oder Spiegel, zum Beispiel über angebliche Chemiewaffeneinsätze oder Weißhelme in Syrien, Prüfungen von Aussagen der Regierung über „Venezuela lässt keine humanitäre Hilfe ins Land“, obwohl sowohl vom Roten Kreuz, als auch mehreren Ländern sehr wohl humanitäre Hilfe danken angenommen worden war, und ähnliche Fake-News der Mainstream-Medien und Politik.

Eine Analyse aus 2017

Dann stieß ich auf einen vierteiligen Beitrag in Rubikon aus dem Jahr 2017, in dem Correctiv „Professionelle Heuchelei“ vorgeworfen wurde. Dieser Bericht ist so ausführlich und nach meinem heutigen kurzen Faktencheck immer noch aktuell, dass ich nicht weiter recherchierte. Hier ein ganz kurzer Abriss der Artikel.

„Als Hauptfinanzier von Correctiv mit insgesamt 3 Millionen Euro über die ersten drei Jahre fungiert die Brost-Stiftung, einer der Gründer der Westdeutschen Allgemeine Zeitung WAZ.“ ([i]) Und die Liste der Geldgeber enthält weitere illustre Namen aus Medien und Politik. Der Eindruck, den ich gewann wird insofern bestätigt, dass es wohl eher um die Diskreditierung missliebiger Konkurrenz geht, denn um Suche nach den wahren Hintergründen einer Meldung. Darüber hinaus weist der Artikel von Elke Schenk auch auf selektive und „Falschaussagen“ hin, letzterer Vorwurf wurde vom Sparkassen- und Giroverband erhoben.

Im zweiten Artikel der Serie weist die Autorin auf die auch von mir empfundene Russophobie hin. Dabei wurden alte Geschichten aufgewärmt und versucht mit dem russischen Präsidenten Putin in Verbindung zu bringen. „Für diesen zentralen Vorwurf, auf den die gesamte ‚Enthüllung‘ abzielt, gibt es in dem Beitrag keinerlei Beweise, nur die Unterstellung ‚soll sich Präsident Putin womöglich die Loyalität der Moskauer Generalstaatsanwaltschaft erkauft haben‘ (Hervorh. E.S.).“ ([ii])

Nach einer Analyse und Kritik der Berichterstattung über angebliche Korruption Putins schlussfolgert die Autorin: „Bei dieser offensichtlichen Schmutzkampagne fragt man sich, ob das nicht eine Intervention des Ethik-Rates erfordert hätte, der schließlich ‚darauf achten (soll), dass CORRECT!V den hohen ethischen Grundsätzen aufklärerischen Journalismus als wichtigen Beitrag für die demokratische Kultur genügt‘.“

Im dritten Teil der Artikelserie geht die Autorin auf die Rolle von Correctiv als „Kalte Krieger“ ein, indem die Berichterstattung über den Abschuss des Fluges MH17 untersucht wird. Da ich das Buch von Kees van der Pijl zu dem Thema ([iii]) übersetzt hatte, war mir das Thema geläufig. Und ich war überrascht, was Schenk festgestellt hatte.

„Die Schlussfolgerung von Correctiv: Halten wir fest: Für den Abschuss sind allein die russischen Streitkräfte unter Wladimir Putin verantwortlich. Sie haben die Ostukraine destabilisiert, sie haben die Truppen und die Technik in das Separatistengebiet gebracht, um MH17 abzuschießen. Es spielt keinerlei Rolle, ob der Abschuss gezielt war oder aus Panik versehentlich erfolgte.“ ([iv])

Der Artikel begründet dann, warum dies eine absolut unhaltbare Schlussfolgerung ist, und selbst als Fake-News bezeichnet werden müsste, würde man die gleichen Grundsätze anwenden, wie im eingangs erwähnten Bericht über das Rezo-Video. (Die Partei „Die Grünen“ dementierte, also ist es eine Falschmeldung – Russland dementierte, gerichtsfeste Beweise gibt es nicht, (Indizien weisen sogar in die entgegen gesetzte Richtung), also ist es eine Falschmeldung).

Im vierten und letzten Artikel der Serie geht die Autorin auf die Finanzierung ein, und die Tatsache, dass Correctiv in erster Linie Konkurrenten untersucht und kritisiert, aber behauptet, dass die üblichen Medien ein wirksames System der Selbstkontrolle hätten, man aber vielleicht irgendwann auch dort einmal nachschauen würde.

Dieser abschließende Artikel identifiziert und begründet, dass Correctiv Teil des Versuchs des Establishments ist, die Deutungshoheit über Meldungen zu behalten. Die Autorin nennt eine Reihe von Techniken und Analysen, die meinen kurzen Eindruck bestätigen: Es werden offensichtliche Falschmeldungen von Einzeltätern benutzt, um „das Internet“ allgemein zu diskreditieren, Diskussionen zu verhindern, indem Kontaktschuld und Fake-News unterstellt werden, während eigene Meinungen (nicht Fakten) als alleinige Wahrheit dargestellt werden.

 

Zu unserem Gastautor:

Jochen Mitschka war unter anderem Unternehmensberater mit eigenem Unternehmen in Südostasien und einem kurzen Einsatz im Rahmen einer UNO-Maßnahme in Vietnam.

 

Nebenbei verfasste er unter Pseudonymen Bücher über Politik und Gesellschaft der Region.

 

Er kam 2009 zurück nach Deutschland, um bis zu seinem Ruhestand im August 2017 als angestellter Projektkoordinator und -manager für eine führende Softwarefirma zu arbeiten.

 

Er übersetzte Tim Andersons „Dirty War on Syria„; in der deutschen Version erschienen im Liepsen-Verlag, und nach Eintritt in den Ruhestand Kees van der Pijls „Der Abschuss: Flug MH17, die Ukraine und der neue Kalte Krieg„. Er schrieb zusammen mit Tim Anderson ein Buch über „Die Menschenrechtsindustrie im humanitären Angriffskrieg“ und in der Reihe „Schattenkriege des Imperiums“ ein Buch über die Ukraine-Krise, „Das Ukraine-Narrativ“ und in der gleichen Reihe und Verlag „Die Zukunft Palästinas“ und „Der Krieg gegen den Iran“.

 

Außerdem verfasst er regelmäßig Essays in der Serie „Politicum Illustrati“, die als E-Book im NIBE Verlag erscheinen, und Artikel für verschiedene alternative Medien.

Bitte folge und like uns:
0

2 Kommentare

  • Ein Kommentar zum Rezo Video von Bianca.thon auf Fisch+Fleisch, den ich einfach mal frech hier reinkopiere:

    Nehmen wir mal an, das WÄRE spontan gewesen.

    Dann hätte der Typ so allerhand Statistiken gewälzt. Grafiken erstellt, Vergleiche errechnet, etc.

    Das glaube ich schon nicht.

    Das Video ist völlig professionell gemacht, es ist Wahlkampf pur.

    Für die GRÜNEN.

    Und es richtet sich NUR an die ganz jungen Erstwähler, die das kritiklos glauben. Wie wir seit Greta wissen.

    Mal abgesehen, dass sehr viele Punkte, die der gekonnt ans Publikum bringt richtig sind (ja, ich habe das Video ganz angeschaut/gehört, sogar zweimal), lässt er doch einen ganz entscheidenden Punkt völlig raus.

    In all den Jahren – die er völlig richtig als die Jahre in der gesamten Menschheits-Geschichte bezeichnet, in denen die Umweltzerstörung katastrophale Ausmaße annahm – waren die GRÜNEN sehr wohl MIT IN DEN REGIERUNGEN, bei Schröder war einer sogar Außenminister, einer Umweltminister und so weiter.

    Und?

    Haben die was besser gemacht?

    NEIN!

    Und das verschweigt das Bübchen ganz bewusst.

    Er haut auf alle drauf.

    Nur nicht auf die, die keinen Deut besser waren: Die GRÜNEN

    Und nur einen Tag später versammeln sich ganze Haufen von denen um den doch etwas einfacher Gestrickten noch einmal GANZ KLAR zu sagen, was von ihnen erwartet wird: WÄHLT DIE GRÜNEN!

    Mithin.

    Das ist ein Werbe-Wahl-Video der Grünen.

    Im Greta-Stil. Um die anderen Parteien nicht noch mehr aufzubringen und sich die Wahl-Kommission auf den Hals zu holen, mal wieder als ’spontaner Ausbruch eines hippen Jugendlichen‘.

    Peinlich-blöde.

    Daraus schließe ich aber absolut deutlich: Die GRÜNEN befinden sich nunmehr fast zu 100% im Sekten-Modus. DAS ist ihre neue Geschäfts-Idee.

    Und ja.

    Viele junge Menschen fallen drauf rein.

    Aber auch viele ältere.

    Sekten-affin war die Menschheit schon immer.

  • Der ein oder andere Blogger wollte schon mal wissen, wer und was hinter diesem ominoesen Correctiv eigentlich steckt.
    https://luismanblog.wordpress.com/2018/07/13/correctiv-und-mediengruppen/
    https://diehassrede.wordpress.com/2018/07/17/correctiv-und-die-brost-stiftung-teil-1-waz-funke-mediengruppe/
    Alle zusaetzlichen Informationen von jedweder Seite sind willkommen (wir verteilen allerdings keine Teddybaeren, sondern nur Lob und Kritik).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.