WerteUnion „Greenpeace fürs Vaterland“ – oder: „Alex, wo sind meine Pillen?!“

von Ao Krippner – [Tertium datur]

 

18. Januar 1871 – ein historisches Datum: 150 Jahre Gründung des Deutschen Kaiserreiches.

18. Januar 2021 – der Stapellauf von „Freiheit 2023“ – das „Greenpeace fürs Vaterland“

Eines muss man der WerteUnion lassen: sie ist immer für eine Überraschung gut. Der politische Zombie, der sich dann und wann zu Wort meldet, um wider alle Gerüchte zumindest Lebenszeichen zu simulieren (frei nach dem Motto: Narrenhände beschmieren Tische und Wände), ist bekannt dafür, dort sowie dann aufzutauchen, wenn es beispielsweise gilt

  • relativ aussichtsreiche Kandidaten für den Parteivorsitz der CDU (hier: Friedrich Merz) so lange und lautstark zu „supporten“ (#TeamMerz), bis unter anderem genau deshalb gewiss der Gegenkandidat (hier: Armin Laschet) das Rennen macht
  • die AfD zu plagiieren
  • die Union und damit Deutschland so lange zu retten™, bis selbst das letzte, wackere WU-Mitglied im eigenen Kreisverband peinlich berührt vermeidet, zur WU-Mitgliedschaft zu stehen
  • dem Klima via Klimamanifest™ den Krieg und das Wetter und sich selbst zu erklären
  • den Verfassungsschutzpräsidenten dazu aufzufordern, Journalisten und Medien unter VS-Beobachtung zu stellen
  • und vieles mehr.

Man kann der WerteUnion und ihren Protagonisten nicht nachsagen, dass sie nun frustriert Ruhe geben würden. Nein, wenn Merz weder den Parteivorsitz, noch den Posten des Wirtschaftsministers bekommt, steigt man erst so richtig in die Pedale – und kündigt prominent an, dass man jetzt gedenkt, sich erfolgreich und final parteiintern für ein Parteiausschlussverfahren aktiv zu bewerben sowie außerdem und anschließend eine Plattform und Bewegung zu gründen, die … (ich zitiere):

„Die WerteUnion entwickelt sich zu einer parteiübergreifenden Kampagnenplattform nach dem Vorbild bekannter NGOs – sozusagen zu einem Greenpeace fürs Vaterland“. Die Organisation spricht das bürgerliche Lager im parteipolitischen „Bermuda-Dreieck“ zwischen Union, FDP und AfD an; dabei vernetzt sie strategisch Entscheidungsträger und beeinflusst die Gesetzgebung mit durchschlagskräftigen Basiskampagnen.“

Ich übersetze das mal kurz: Felix Schönherr, unterstützt zumindest durch Udo Kellmann, Besitzer der Werteunion-Kriegskasse aka Bundesschatzmeister, würde also sowas wie der Martin Sellner für die Union, die FDP und die AfD zusammen.

Wichtiger und rechtzeitiger Warnhinweis: im Bermuda-Dreieck kann man auf nimmer Wiedersehen verschwinden. Ich rate hier zu einer anderen Metapher. Sicherheitshalber!

Sollte das dann doch scheitern (wovon jetzt mal ausgegangen werden darf), dann hat man freilich schon Plan B.

Hier also Plan B.
Plan B lautet:

Plan B: Die WerteUnion stellt sich als eine eigene Partei auf. Mit einem freiheitlich-konservativen Grundsatz- und Wahlprogramm tritt sie bei den Landtagswahlen 2023 in Bayern und Hessen erstmals an.

Das ist also Plan B.

Bundesvorstandskollege Udo Kellmann kommentiert wie folgt:

„Seit Felix Schönherr nach dem Weggang Ralf Höckers als Bundespressesprecher nachgerückt ist, hat er großes Engagement und beachtliche organisatorische Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Auch in schwierigen Situationen packt er stets mit an und hilft dabei, Probleme zu lösen. Daher bin ich der Überzeugung, dass Felix auch für das Amt des Bundesvorsitzenden sehr gut geeignet ist.“

Was ich zu erwähnen vergaß: Felix Schöherr, der geistige Vater von „Greenpeace fürs Vaterland“, strebt also eine Kampfkandidatur gegen Alexander Mitsch, den bisherigen Vorsitzenden, an. Schönherr empfiehlt sich mit diesen ambitionierten Plänen selbst als zukünftiger Bundesvorsitzender der Werteunion und Mitsch-Erbe.

Was Felix Schönherr zu erwähnen vergaß, ist, dass er sich die Domain „Freiheit2023.de“ noch nicht gesichert hat, was sich als Anfängerfehler aller Revolutionäre, Dissidenten, Märtyrer und Anwärter auf Staatsstreiche – historisch belegt – erwiesen hat.

Da kümmert sich also Alexander Mitsch jahrelang darum, dass der Bub was zu essen hat, ein bissl ein Taschengeld kriegt für seine kommissarischen Tätigkeiten als kommissarischer Pressesprecher nach dem Weggang des Ralph Höcker … und dann das! (Analogien zu Nattern und Brüsten erspart man sich in einer Demokratie als Demokrat, denn … solch eine für Deutschland und das Vaterland tragende Rolle wie „Gründer von Greenpeace fürs Vaterland“ darf sich ja jeder wünschen und diese auch konsequent anstreben. Dolchstoßlegenden sind eher so Antiheldensagen für Patrioten)

Abschließend stellt sich mir nun also die – halbwegs – ernsthafte Frage:

will man dieser ellenlangen geistigen Diarrhoe noch einigermaßen einen sinnhaften Hintergrund entquetschen, so kommt man auf die Idee, dass jemand ganz Anderer mit dem Kanonenfutter Schönherr den guten Alexander Mitsch zerlegen möchte, um sodann als Retter der nun bis zur Unkenntlichkeit erschütterten Werteunion seinerseits die Rettung anzubieten.

Wer mag das wohl sein, der als lachender Dritter aus den Trümmern, die durch das Mahlwerk Werteunion-Freiheit2023-GreenpeacefürsVaterland entstanden sind, entsteigt und beispielsweise SaderDaysForFuture anzubieten?

Kelle? Otte? Maaßen himself? Markus Krall etwa?

Fazit: die WerteUnion ist Weltmeister in politischer Gruppenonanie.

Mein Vorschlag: liebe CDU, liebe CSU, schenkt doch einfach den Laden der AfD. Die kennen sich mit schwer erziehbaren Politikern aus und sind relativ schmerzfrei, was Menschen anbelangt, die zu Büttenreden, Kanzelpredigten, Deutschlandrettung und Selbstdemontage neigen.

Gruß!

P.S.: Ich soll außerdem schön freundlich und herzlich von Holger Kappel und Christian Sitter grüßen, mit denen ich heute einen vergnüglichen Nachmittag, ausgefüllt mit lang anhaltendem Tränenlachen genossen habe. Danke dafür! Das tut gut in betrüblichen Zeiten wie diesen!

Quellenangaben:

Artikelfoto: Pixabay – Chemische Formel für LSD

Homepage Felix Schönherr

 

 

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