Wood-Burger – Politischer Stil auf dem Holzweg

von: Redaktion [Tertium datur]

Andreas Dimarchos & Ao Krippner

 

Prolog.

Wir, die Redaktionsmitglieder von Tertium datur, haben uns lange überlegt, ob wir diesen Artikel überhaupt schreiben sollen. In Vorbereitung war im Moment ein unfassender Artikel über die Eskalationsspirale innerhalb der Politik und damit auch innerhalb der Gesellschaft in unserem Land.

Wir haben uns dafür entschieden, es zu tun, weil die Vorkommnisse auf der Plattform von Twitter, in die Ao verwickelt war bzw. ausgelöst hatte, exemplarisch stehen für das, was wir beleuchten und betrachten möchten. (siehe unten: „Diskussion in der Redaktion.“)

Wir schicken voraus, dass sich zwischenzeitlich eigeninitiativ mehrere Funktionäre und MdB der AfD bei Ao gemeldet haben, um zu reden, zu reflektieren und einen echten Dialog anzubieten. Wir, und vor allem Ao, die teilweise sehr lange Gespräche führte, bedanken uns für die Offenheit innerhalb dieser Kommunikation und die Erkenntnisse, die sicherlich beidseits gegeben sind.

Twitter.

Ao, die sich ihrer katalysatorischen Wirkung durchaus bewusst ist, reagierte auf einen Tweet des AfD-Bundestagsabgeordneten Gerold Otten. (Dank an dieser Stelle an Herrn Otten für das Gesprächsangebot auf privater Ebene im Nachgang!)

 

Zunächst beidseitig ein ganz normaler Einsteig in eine mögliche Diskussion. Auf der einen Seite steht eine Behauptung – mutmaßlich basierend auf Analysen der Wählerklientel -, auf der anderen Seite eine Behauptung, basierend auf Erfahrungen aus Gesprächen im persönlichen Umfeld.

Auf der einen Seite (Ao) auch ein Hinweis an einen Abgeordneten, der im Verteidigungsausschuss des Bundestages sitzt, wie seine Zielgruppe (Soldaten) denkt. Etwas, was jedem Politiker viel wert ist, so er eben Politik in seinem Ressort betreiben möchte.

Kein Ding also und ein möglicher Beginn eines Dialoges bzw. einer Diskussion. Hier wäre also der Monolog unterbrochen, nämlich jener: ein Abgeordneter sendet seinen Standpunkt in den Raum, den er durch möglichst viele Multiplikatoren, Zustimmer und Anhänger aufgenommen und verteilt wissen möchte.

Leider kam es nicht zu diesem Dialog (Abgeordneter <-> kritischer Bürger), da dieser durch einen Monolog (Funktionär -> Echokammer) unterbunden wurde.

Wir veröffentlichen hier nur als Zitate einige der Äußerungen des Funktionärs auf „unterer Hierarchie-Ebene“, die Sie auf sich wirken lassen können.

Wir veröffentlichen diese, weil sie exemplarisch sind für den von uns angemahnten fehlenden Diskurswillen und auch exemplarisch für den Stil, den diese Monologe eingenommen haben. Wohlgemerkt: diese Gangart findet sich in allen politischen Echokammern, durchgängig bei Vertretern und Anhängern aller Parteien wieder. Der Ausnahmen gibt es schmerzhaft wenige.

Hier also Stilblüten zur Beurteilung des Kommunikationsverhaltens. Die/der FunktionärIn verfügt über ein verifiziertes Twitter-Account, das sie/ihn explizit als „Politiker/In“ seiner/ihrer Partei ausweist.

FunktionärIn:

Ich halte Sie für verrückt, sie sollten sich echt mal in Behandlung begeben. Borderlinestörungen kann man sehr gut behandeln. Sie leben wohl in in einer eigenen welt, steht IHnen zu, belästigen Sie die andere Welt nicht mit Ihren Lügen.

 

Weiter:

BPS – Typisch für Sie sind Impulsitivität, instabilie zwischenmenschliche Beziehung, rasche Stimmungswechsel und ein schwankendes Selbstbild wegen gestörter Selbstwahrnehmung. Die Borderline-Pers.(BPS) oder emotinal instabile Pers. des Typs ist eine psychische Erkrankung.

Und eine weitere Auswahl:

Netter Versuch mir meine Worte im Mund umdrehen zu wollen. Wir haben für unglaublich viele Fachgebiete Experten in unserer Partei und niemand muss alles können und wissen, dafür haben wir unsere Experten, was andere Parteien nicht behaupten können.

Fünf Tweets weiter:

Zeigen Sie mir den Tweet, in dem ich behaupte dass es außer in der AfD keine Verteidigungsexperten gibt, können sie nicht, da ich es so niemals gesagt habe. Netter Versuch. Sie drehen sich im Kreis, finden Sie das nicht langsam langweilig?

Wohlgemerkt:

Wir haben es hier mit einem/r FunktionärIn zu tun, die Monate zuvor als Rednerin bei einer Frauendemo die Frauenrechte reklamierte, Zuwanderern pauschal ein schlechtes Frauenbild und ein schlimmes Benehmen gegenüber Frauen anmahnte:

Eher im Gegenteil, ich sehe das als Anregung, dass wir mehr für die „Weibchen“ tun müssen in unserem Land, das Selbstwertgefühl der Frauen stärken müssen, ihnen vermitteln müssen, dass sie geliebt sind und das sie wertvoll sind. Man muss sich nicht 24/7 beweisen wie toll man ist.

Warum, ich erfreue mich daran, dass diese Dame tatsächlich gehorsam ist und nach meiner Ansage die Tweets vernichtet hat. Es zeigt mir, a) hat sie ihre Emotionen nicht im Griff und b) ist sie folgsam wie ein Dackel und tut was man ihr sagt. Also das typische „Weibchen“ …

Eine weitere Auswahl am Ende des Artikel.

 

Diskussion in unserer Redaktion.

 

Ao:

Was mir immer wieder auffällt und was mich maßlos ärgert, ist, dass Wähler, die in den Social Media Funktionären oder Mandatsträgern irgendeiner Partei begegnen, gefälligt in der Rolle verharren sollen, deren Monologe weiterzutragen und/oder maximal bestätigend selbst die einfachsten Aussagen euphorisch beklatschen müssen.

Wer kritisiert, der ist Feind. Wer kritisiert, der möchte der „guten Sache“ grundsätzlich etwas Böses antun.

 

Andreas:

Ja, das ist auch meine Wahrnehmung. Einerseits werden individuelle Identitäten immer fragiler, kontingenter und wählbarer. Kritik vergrößert dabei die schon bestehende Unsicherheit.

Auf der anderen Seite sehen wir uns in vielen Systemen wieder einem semi-religiösen Wahrheitsdiskurs ausgesetzt, der hart zwischen Gut und Böse unterscheidet und Abweichler pejorativ belegt.

 

Ao:

Inquisition und Hexenverbrennungen inbegriffen?

 

Andreas:

Ganz genau. Weniger das gute Argument und der womöglich auf diesem Wege sich findende Konsens wird ausgestellt. Sondern der Abweichler.

Als ein »Grillen« bezeichnet man das umfassende Ausfragen eines Politikers. Dazu scheint es immer seltener zu kommen. Das Vorzeigen der Folterinstrumente gehörte im Mittelalter zur Verbalterrition, in der erläutert wurde, welche Folter einsetzt, wenn der Delinquent nicht geständig sei.

Heutzutage gehört dazu der totale Gesichtsverlust durch den immerwährenden Online-Pranger.

 

Ao:

Der Online-Pranger existiert ja dann aber auch für Beide: für den Kritiker und für den, der seine „semi-religiöse“ Wahrheit verkündet?

Sie sagen, dass es immer seltener zum „Grillen“ mittels Erfragen von Argumenten und Standpunkten eines Politikers kommt. Heißt das, es geht nurmehr darum, die „Wallpapers“ wie zu Zeiten der „Kulturrevolution“ aufzuhängen, die dann mantrenartig heruntergebetet und verinnerlicht werden sollen?

Ist das Internet und sind die Medien damit zur „Wandzeitung“ verkommen?

 

Andreas:

Es kommt ja immer weniger zum Austausch.

Man redet nicht miteinander, sondern übereinander. Die verschiedenen Echokammern konstituieren sich als Einweg-Sender.

Die Auseinandersetzung mit nicht zur Echokammer gehörenden Gedanken findet in der Regel negativ und mit hohem Emotionsgrad statt. Die Toleranz für andere Standpunkte geht gegen Null.

Man fragt sich, ob die Folge der Digitalisierung womöglich ein gewisser Autismus unter Abflachen der Spiegelneuronen sein könnte. Schlechte Bedingungen für die Demokratie…

Ein aktuelles Beispiel hierfür liefert dieser Tweet:

 

Ao:

Tja, „die Demokratie“. Die will jedes politische Lager exklusiv für sich in Anspruch nehmen. „Nur und ausschließlich unsere Meinung ist Kennzeichen für den guten Demokraten.“

Sie sprechen eigentlich von Emotionalisierung mit einfachsten Mitteln? Wer kann die eigene Anhängerschaft am besten emotionalisieren und euphorisieren? Wer am meisten Lärm verursacht, hat Recht? Wobei das Verhältnis Lärm:Aussagegehalt in beachtliche Schieflage gerät und so ziemlich bei 80:20 liegt. Höchstens.

Aber am Ende des Tages: Much ado about nothing?

Man könnte es meinen, denn wir treten politisch auf der Stelle, wie mir scheint. Diese hochgradig hochkochenden Emotionen halten die Sachpolitik meiner Wahrnehmung nach in dieser Stagnation.
Das heißt: die anstehenden Probleme und Themen werden beiderseits flachgeklopft – wie ein Wiener Schnitzel, dessen Substanz fast nur noch aus Panade (Worthülsen) besteht -, anstatt sie zu einer Lösung zu führen. Was wiederum zu Wut und durch die Stagnation der Sache zu noch größerer Notwendigkeit der „Stimmungmache“ im eigenen politischen Lager und gegen Andersdenkende führt. Oder?

 

Andreas:

Ja, es ist eine Wutspirale spürbar, in der es nicht mehr um Inhalte geht. Ein Phänomen, das seit langem aus den Social Media bekannt ist.

Das »bessere Argument«, noch leitend für die Habermassche Diskursethik und den Herrschaftsfreien Diskurs, verfällt zusehends.

Der politische Wettbewerber wird zum Gegner, dann zum Feind, schließlich zum privaten und persönlichen Feind, gegen den alles erlaubt ist. Argumente »ad hominem« sind in dieser Eskalation die Regel.

Die Beidseitigkeit von Unterschieden, die durch eine Grenze, die auch Verbindung ist, konstituiert werden, geht dabei völlig verloren.

Der Prozess von Anklage und Verteidigung, Kennzeichen beispielsweise des Rechts oder des Pro und Contra der Wissenschaft, weichen sukzessive dem legitimen, moralischen Urteil oder der anstandslosen Beleidigung.

 

Ao:

Mein Begriff hierzu ist immer der des „Politiker-Darstellers“. Also durch diesen Lärm den Anschein geben, als mache man ja gerade Politik.

Ich sehe auch, dass die Bundestagsreden – also gerade die, die die lauten Polemiker halten – von der jeweiligen Anhängerschaft bereits als Politik verstanden werden und sie denken, es bewege sich hierdurch bereits etwas politisch. Für mich sind diese Reden allerdings Marketing-Kampagnen, um im direkten Anschluss danach wiederum einen noch größeren Lärm zu verursachen bzw. auszulösen.

Sie sprechen die Wutspirale an und unser Artikel ist überschrieben mit „Wood-Burger“, und wir mahnen den derzeitigen politischen Stil als Holzweg an.

Wie sehen Sie das in Bezug auf diesen Begriff „Radikalisierung“, der ja gerade  auf Social-Media-Kommentare bezogen und aber auch hinsichtlich dieser Wutspirale, die man ebenfalls im Plenum des Bundestags deutlich abgebildet sieht, immer wieder erwähnt wird?

Wie Sie auch neulich in einem unserer Gespräche so schön sagten: „Pünktlich zum Fest der Liebe stellt man die Wiedereinführung der Todesstrafe in den Raum.“
Wie ordnen Sie dies alles ein?

 

Andreas:

Den »Polit-Darstellern«, wie Sie es sehr zutreffend nennen, geht es nicht um Politik im Sinne des Wählerauftrags. Ihnen geht es um zum Teil geldwerte mediale Aufmerksamkeit für die eigene Person. Dafür scheinen alle Mittel geeignet.

Wozu auch die koprolalistische Provokation und der gezielte Tabubruch gehören. Beleidigungen und Entwürdigungen sind typische Formen der Aufkündigung von Solidarität, wie es Axel Honneth in seiner Theorie des Kampfes um Anerkennung beschreibt.

Mit solch einer Strategie vermindern sich Chancen auf Verständigung und auf real- und sachpolitische Koalitionen, in die eigene Vorstellungen eingebracht werden könnten.

Insofern kann man durchaus von einem »Politikverweigerungs-Stil« bei diesen Politdarstellern sprechen.

Sie gefährden parlamentarische Regeln und ernten im Grunde eine auf Selbstausschließung grenzende Isolierung, die sich auch auf ihrem bevorzugtem Aufmerksamkeitsfeld der Medien fortsetzen kann. Im Ergebnis hat man überall heruntergeklappte Visiere.

Die »Neun Stufen der Konflikteskalation« von Friedrich Glasl eingedenk, befinden wir uns wohl irgendwo zwischen Stufe 6 und 7, viel Raum bleibt nicht mehr.

 

Ao:

Zu den Stufen der Eskalation haben wir ja bereits einen Artikel in Vorbereitung und schoben diesen hier aus „aktuellem Anlass“ vorweg.

Deshalb bitte kurz zurück zu diesem „Anlass“. Sie reden von einem „Abdrängen in alternative Medienkanäle“. Wenn man dies zuende denkt, dann wird Politik vorwiegend in den Sozialen Medien betrieben, einzig zum Zwecke des Stimmenfangs. Einfache Instant-Wahrheiten (Pulver in die Tasse, heißes Wasser drauf – fertig) sind natürlich besser zu bejahen als komplexe Problembetrachtungen. Wer Sachpolitik betreibt, muss sich an den Fakten messen lassen und diese auch kommunzieren. Zustimmung ist über einfache Wahrheiten, Formeln und Floskeln jedoch ganz leicht zu generieren. Abweichler und Kritiker sind auch ganz leicht auszuschließen.

Ich nehme im vorliegenden Fall wahr, dass es ein außerordentlich großes Bestreben gibt, Kritiker zu stigmatisieren. Sofort und auf der Stelle. Dabei nimmt man billigend in Kauf, dass man öffentlich die eigene Agenda vorführt. Im vorliegenden Fall sprach der/die Funktionärin noch vor wenigen Monaten von ihrem Engagement für Frauenrechte, diffamierte mich beispielsweise auf genau dieser Ebene: „Weibchen“, „brav wie ein Dackel gehorchen Sie, was ich Ihnen befehle“, „Ich muss Ihr Selbstbewusstsein stärken“. „Nehmen Sie doch für Ihre prämenstruellen Probleme homöopathische Mittel.“

Ich nehme wahr: ein Verrat des vermeintlichen eigenen Anliegens ist ganz rasch bei der Hand. Ich sehe hier eine enorme Inkonsequenz und ich sehe – wie hier in diesem Fall – den Vorwand, man wolle ja im Sinne und zum Schutz von Frauen dies und jenes, aber wenn die Maske fällt, ist es als reiner Vorwand, um zu emotionalisieren, glasklar erkennbar.

Gleichermaßen wirkt dies dann eben auf die Problemstellung: durch solche inkonsequenten, nicht authentischen und auch unehrlichen „Haltungen“ und „sich selbst zugewiesenen Aufgaben“ wird das Problem selbst stigmatisiert, sodass – meiner Ansicht nach – es dem politischen Gegner leicht gemacht wird, extrem wichtige Themen eben nicht wie notwendig zu behandeln.

Die Themen und Probleme werden schlichtweg durch das eigene Verhalten und die Stillosigkeit stigmatisiert.

 

Andreas:

Absolut. Vielleicht ist der Zweifel nicht eine allzu typische Politiker-Eigenschaft. Aber es sollte sich herumgesprochen haben, dass man von der Vorstellung, ein Mensch könne im Besitz einer absoluten Wahrheit sein, Abschied nehmen muss.

Unterschiedliche Beobachter kommen im Rahmen unterschiedlicher Sozialisation, Informations- und Kommunikationserfahrungen, Lebenslagen, Wertegerüste und Beobachtungsausschnitte zu unterschiedlichen Bewertungen. Und zum allergrößten Teil ist der Einzelne sich dieser auch unbewusst laufenden Einflüsse und Prozesse nicht im Klaren.

Insofern sollte ein großes Maß an Achtsamkeit und Respekt – wörtlich: ein wiederholtes Hinschauen und Reflektieren – die Begegnung mit den Mitmenschen strukturieren. Ich bin nicht sicher, ob diese Haltung jemals mehrheitsfähig war und wird. Und ob die in Social Media gebotene Kürze und Schnelligkeit – und dadurch getriggerte Stressoren – nicht das harsche Urteil protegieren.

Wir haben zwar immer mehr Kontakte, Follower etc. Aber uns fehlt das Ansehen des Alter Ego, der Blick des anderen, die Zerbrechlichkeit der Stimme, Gesten der Unsicherheit, Pausen der Sprachlosigkeit. Stattdessen sitzen wir an unseren Tastaturen und lösen die Tasten wie die Schächte eines Bombers aus – anonym und ohne Skrupel. Oder vergrößern Gräben.

 

Ao:

Diese Gräben zeigen sich ja sowohl innerhalb der Gesellschaft, als auch eben im mangelnden politischen Diskurs zwischen den Mandatsträgern. Also im Abbruch der Kommunikation. Was lernen wir daraus für unsere augenblickliche Situation diesem Land?

Kann der Bürger mit dem Bewusstsein um oben Ausgeführtes tatsächlich sogar mehr Einfluss auf Parteien und auf die Politik schlechthin nehmen als er denkt oder für möglich hält?

Stellte er sich nicht mehr als Multiplikator zur Verfügung, sondern als Herausforderer der Politiker und der Partei, die er präferiert, wäre der Prozess ein umgekehrter:

nicht der Wähler muss schlucken, was ihm kredenzt wird, sondern durch den Druck, den kritische Wähler auf gerade die Partei nehmen, von der sie etwas erwarten, wird diese gezwungen, den Wähler nicht mehr als Multiplikator der Selbstdarstellung zu missbrauchen.

Der Selbstdarsteller muss zwangsläufig in den Hintergrund treten und er muss als Politiker die Politikerrolle übernehmen.

Das Feld der Politik wird als Bühne für die „Show in eigener Sache“ entzogen. Die wirkliche Auseinandersetzung muss einsetzen. Eben und gerade durch die Sachpolitik. Eben und gerade mit einem Stil, der den so wichtigen Aufgaben gerecht wird und der vermeidet, dass das Benennen von Problemen stigmatisiert wird. Schlechter Stil ist immer angreifbar und damit ist das Problem vom Tisch gewischt.

Es wäre gewissermaßen so, dass der eigene Wähler den gewählten Mandatsträger diszipliniert und zu gehaltvoller Sacharbeit zwingt.

Gerade Wähler, die politisch sind und politisch denken, sollten sich zu schade dafür sein, einzig den Claqueur und den Jubelperser zu geben.

Im vorliegenden Falle war für mich derart offenkundig, dass meine Verweigerung, Multiplikator für kurzgesprungene, oberflächliche und zudem keine Substanz beinhaltende Äußerungen mit Empörung aufgenommen wurde.

Es wollte sich jemand grundsätzlich Unqualifizierter als Politiker exhibitionieren, aber leider stand ich hierfür nicht zur Verfügung.

Das Ergebnis liegt vor: man begegnet meiner Herausforderung nicht mit qualitativem Inhalt, man nutzte die Chance nicht, sich als Kenner in der Sache, also als Fachmann zu zeigen. Sondern man reagierte geradezu panisch darauf, als Worthülsen-Verteiler erkannt worden zu sein, sodass nur noch eines blieb: das übliche Zeigen auf die vermeintliche Unfähigkeit des Gegenübers bis hin zum Versuch der vollständigen Demontage, hier sogar mithilfe von Pathologisierung („Sie sind ja krank! Sie sind verrückt! Gehen Sie zum Arzt.“).

Was also würden Sie sich wünschen von Jemandem, der unseren Artikel liest, Andreas?

Andreas:

Ich würde mir wünschen, das erst geschmeckt, dann mehrfach gekaut und geschmeckt und erst dann kommentiert wird. Zwischen Grenzen und Gräben, die hermetisch abriegeln – typisch für Echokammern – und der völligen Aufhebung selbiger, was in ein Rauschen mündet, muß es eine Diskurskultur mit Regeln und Graustufen geben.

Wer die Diskurskultur mit Vorsatz beschädigt und dabei nur die Rezepte vergangener Jahrhunderte oder autokratische Lösungen anpreist, versündigt sich an dem, was er zu schützen vorgibt.

Und diskreditiert nebenbei liberal-konservatives Denken und Milieus.

Und dazu gehören jene, die mehr oder minder starke Anpassungsprobleme mit der rasant sinkenden Halbwertzeit von Bewährtem und Vertrautem zugunsten des fluid Kontingenten haben.

Uns stehen große gesellschaftliche Herausforderungen bevor. Die Digitalisierung wird Millionen von Arbeitsplätzen vernichten. Es ist umstritten, ob in diesem Ausmaß neue Erwerbsmöglichkeiten enstehen. Ist die Vorausnahme dieser Entwicklung und vielleicht letzte Antwort des Menschen vor dem digitalen Maschinenzeitalter, das auch in gewisser Weise Entemotionalisierung bedeutet, der hochemotionale, aber niveaulose Wutbürger?

Ohnmacht verleitet vielleicht zu Wut. Aber in der Erosion gegenseitigen Umgangs und Anstands kann ich zumindest keinen Fortschritt erkennen.

 

 


Wir setzen diesen Artikel mit einem zweiten Teil fort … mit Betrachtungen zur Eskalation in der politischen Landschaft und zu befürchtenden Eskalationen auch innerhalb der Gesellschaft.


 

 

Gegen PMS gibt es homöopathische Mittel, die sind sehr hilfreich in solchen fällen wenn die Hitzewallungen kommen. Wir müssen echt lernen ihre Emotionen im Griff zu behalten, so kommen Sie nicht weit.

Haben sie mir nicht vorher irgendwas von Niveau erzählt? Ist das ihr Niveau andere als Schlampen zu bezeichnen? Dann bin ich in der Tat froh, dass ich nicht ihr Niveau habe.

Ihre Abwertungen und ihre Aggressivität und Beleidigungen werden immer mehr, das zeigt mir sie sind schachmatt. Denke es wird jetzt gleich ein guter Zeitpunkt sein das Gespräch zu beenden, bevor sie noch ein Herzinfarkt bekommen.

Die „Redaktion Fleuschauer“ bekam aktuell interessante Fan-Post. Was jedoch keine Aufforderung an Sie sein möge, lieber Leser, uns gleichlautende  zukommen zu lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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